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Clara Luzia

»Howl at the Moon, Gaze at the Stars«

Asinella Records

Zwischen Clara Luzias neuer Platte »Howl At The Moon, Gaze At The Stars« und ihrem vorherigen Werk »When I Take Your Hand« liegen fünf Jahre. Was waren das für fünf Jahre? Gut waren sie nicht immer. Schlecht natürlich auch nicht immer. Sie haben aber ganz sicher Fragen aufgeworfen, große Fragen, die manchmal unsere ganze Welt betreffen und manchmal auch nur die einzelnen Protagonist*innen dieser Welt. Wie umgehen mit den Sorgen? Was lässt uns leben, also nicht nur existieren, nein, wirklich leben? Das sind wahrlich große Fragen, das sind philosophische Fragen und derer hat sich Clara Luzia auf den zehn Songs des neuen Longplayers angenommen. In den 36 grandiosen Minuten sucht und, viel wichtiger, findet sie Antworten. Die Empathie, die lässt uns leben, singt die Songwriterin auf »The Greatest Gift«, und weil doch manchmal alles viel zu viel wird, noch die große Erkenntnis im Song »Minimise Me«: Im Angesicht der Unendlichkeit sind wir, auf unserem schwebenden Felsbrocken, gar nicht so wichtig. Ursprünglich waren die Songs gar nicht für ein Album gedacht, sind nicht wie bei ihren anderen Alben in einem Prozess entstanden, sondern immer mal wieder, von Zeit zu Zeit. Da sie irgendwann fertig in der Schublade lagen, dachte sich Clara Luzia, warum nicht was daraus machen, und schenkt uns damit ein tolles (schon ihr achtes!) Studioalbum. Für den Sound verantwortlich ist hauptsächlich sie selbst, sie komponiert den Großteil ihrer Stücke, kann sich aber immer auf die schlagkräftige Unterstützung ihrer Band, bestehend aus Peter Paul Aufreiter am Bass, Wolfgang Möstl an der Gitarre und ihrer Ehefrau Catharina Priemer-Humpel am Schlagzeug, verlassen. Gemeinsam schaffen sie für dieses Album einen Sound, dem man in Teilen die Schwere der Fragen, die die Songwriterin beschäftigen, anmerkt. Aber Clara Luzia wäre nicht Clara Luzia, wenn sie es nicht hinbekommen würde, dem Album die für sie so typische lockere Melodiösität beizumischen. So bekommen wir Hörer*innen ein Kunstwerk serviert, das uns mitnimmt auf eine Reise zwischen Ängsten und Erleichterung, Melancholie und Sorglosigkeit. Wie schon gesagt, es war ja schließlich nicht alles schlecht in den letzten fünf Jahren. Wenn ihr jetzt Lust bekommen habt, euch die Platte live zu geben, dann haben wir gute Neuigkeiten für euch: Clara Luzia geht auf Tour und ist am 17. Mai 2023 im Porgy & Bess in Wien zu Gast! Viel Spaß!

Home / Rezensionen

Text
Nils Kaiser

Veröffentlichung
14.02.2023

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