Ballrogg

»Cabin Music«

Hubro Music

Das ist jetzt gar nicht mal einfach, diese CD zu beschreiben. Hat die Hörerin schon vom Komponisten Morton Feldman gehört? Der macht(e) Musik, die ein wenig so klingt, als würde man irgendwo an einem Highway neben einem Telefonmast sitzen. Der Wind bläst über die karge Landschaft und der Telefondraht beginnt zu singen, bald danach der Stacheldraht des Zaunes entlang des Highways. Noch ist das keine Musik, aber es könnte bald Musik werden, wenn man dieses sphärische Singen verinnerlicht und destilliert, zu einer melancholischen Symphonie der stehenden, wehenden Töne vermengt. Wichtig ist dabei vor allem, nicht den Konnex zur Kreatürlichkeit zu verlieren, es darf nicht steril und theoretisch klingen, es muss »Land« (und damit auch »Leben«) drinnen sein. Und jetzt nehmen wir dieses »Klangbild« (haha) und verfrachten es nach Schweden. Und statt dem dick bebrillten Komponisten Feldman stellen wir uns mit Klaus Ellerhusen Holm, Roger Antzen und Ivar Grydeland drei kompetente schwedische Jazzmusiker vor. Und nehmen sofort jede Aufgeregtheit und wild wuchernde Virtuosität aus dem unseren Vorstellungen von »Jazz« heraus, sondern sehen (und hören) nur diese introvertierte, ganz auf das gemeinsame Klangziel ausgerichtete Konzentration. Und wieder sitzen wir im Freien und hören einem melancholisch erstarrten Summen, Flüstern, Ticken zu. Hinter uns befinden sich austauschbare schwedische Einfamilienhäuser, vor uns die weiten Ebenen des »Swedish Country«. Ein bisschen kühler ist es hier, nur vom Saxophon kommt wohldosierte Wärme. Trotzdem gehen wir hier nicht weg, sondern lauschen und lauschen und lauschen. Mit gutem Grund. Gro&szligartige CD.