Michel van Dyke

»Bossa Nova«

Sony

Eines kann man gleich vorweg nehmen: Diese CD ist ganz wunderbar. Warum? Michel van Dyke gelingt ein Kunststück, mit dem nicht zu rechnen war: Er kombiniert deutschsprachige Texte mit Bossa Nova und das Ergebnis sind 11 Stücke, die so schöne Titel wie »Regenwahrscheinlichkeit 100%« tragen. »Es geht um Mann und Frau, um die Liebe«, sagt van Dyke selbst über seine sechste Platte, die – oft im leichten Latino-Rhythmus gehalten – auch mal traurige Zeilen beinhaltet. Der Höhepunkt ist in diesem Zusammenhang das melancholische »Auseinandergehen«: »Lass uns endlich auseinandergehen/ lass uns einfach die Segel streichen.« Und weiter: »Denn dieses Leben ist schon kurz genug/ und dieser Selbstbetrug geht mir langsam auf die Nerven«. Die vielleicht schönste Nummer ist aber »Liebe so gut es ging«; eine Softrock-Ballade, in der die Glocken vom Synthesizer den Refrain doch freundlich machen. Darin heißt es über eine jugendliche Liebe, die real keinen Ort zum Wachsen gehabt hat: »Es war Liebe so gut es ging/ Mehr als Sehnsucht brachten wir nicht hin/ Es war vorbei, bevor etwas anfing«.
Großartige Platte insgesamt – möglicherweise ist van Dyke das männliche Pendant zu Barbara Morgenstern.