Miles Davis

Bitches Brew

Columbia

1969, ein magisches Jahr. Gerade als Woodstock zu Ende war, begannen die Aufnahmesessions- zu einem Meilenstein des Fusionjazz, der jetzt in remasterter CD-Version wiederveröffentlicht wurde. Schon seit 1967 brachte Miles Davis elektrische Sounds ein, wohl auch beeinflusst von Sly & The Family Stone, James Brown, und Jimi Hendrix,, doch brachte erst die Erweiterung seines Quintets (Wayne Shorter, Chick Corea, Dave Holland, Jack DeJohnette) um Musiker des Cannonball Adderley Quintets bzw. von Tony Williams Lifetime, den Einschnitt. Eigentlich hatten beide genannte Gruppen den Jazzrock schon erfunden. Es bedurfte nur noch des Zündfunkens, Miles Davis‘ Ruf. Das glatte Spiel, den heraushängenden Virtuosenfinger – was später alles, was Fusion- oder Jazzrock getauft wurde, unverdaulich machte – hat selbst John McLaughlin zugunsten eines langatmigen, breitgefächerten (unter zehn Minuten geht gar nix), rauhen und oft psychedelischen Grooves zurückgenommen. Und Joe Zawinul hatte damals tatsächlich seine beste Zeit, was ihm auch einen Kompositionscredit (»Pharaoh’s Dance«) eintrug.