Big Fox

»Big Fox«

Hybris

Zuweilen gibt es Alben, die von einem einzigen Song beherrscht werden, der alles andere, möge
es noch so gut sein, in den Schatten stellt. Mit »A Day In The Life« auf »Sgt. Pepper’s« verhält
es sich etwa so. Oder auch mit »Marquee Moon« auf dem gleichnamigen Album von Television.
Big Fox könnte nach der Ballade »Why, Oh Why« eigentlich in den künstlerischen Ruhestand
treten. Denn wer solch ein Monument von Lied, tieftraurig und der Vergänglichkeit des Lebens
gewahr; wer solch ein Werk zu schreiben im Stande ist, dessen Sorge kann eigentlich nur mehr
sein, je wieder an diese Gro&szligtat anknüpfen zu können. Ich stelle spontan fest: einer der Songs des
Jahres. Die Schwedin Charlotta Perers alias Big Fox kann dennoch beruhigt sein, dass der Rest
ihres im eigenen Wohnzimmer eingespielten und produzierten Debütalbums zumindest super
ist. »Easy«, »Too Late« und »Saturday« sind funkelnde Songjuwelen, die mit jedem Mal hören
grö&szliger werden und »Big Fox« zu einem mehr als empfehlenswerten Album machen. Da soll es
uns auch nicht weiter kümmern, dass Perers mit ihrem mal beschwingten, mal zerbrechlichen
Klavierpop fast schon unverschämt viel bei Feist abgeschaut hat. Wer Vorlagen so astrein ins
Tor bringt, der macht einfach irgendwas richtig. Und ein »Why, Oh Why« muss Feist erst einmal
schreiben.