Angélica Castello

»Bestiario«

MOSZ

In den ersten Minuten von »Bestiario« drängt sich zunächst der Eindruck auf, dass wir es wieder einmal mit typisch knisternden und filigranen Sphärensounds aus der elektroakustischen Ecke zu tun haben, aber schon bald wird der Sound weicher und reichhaltiger, was auch an den multiinstrumentalen Fähigkeiten (u. a. Kontrabass und Ukulele) der gebürtigen Mexikanerin Angélica Castelló liegt. In ihren gelungensten Momenten ist diese akustische Tierdichtung fast schon eine Art Urwaldmeditation im Lichte urbaner Sounds. Der zurückhaltende, fragile Zugang bremst diesen wohlfeilen Assoziationsüberschuss allerdings immer wieder aus. Trotzdem ein ebenso hörenswertes wie stimmiges Werk. Die mehrfach preisgekrönte Castelló lebt übrigens seit 1999 in Üsterreich und hat hier die Konzertserie »Neue Musik in St. Ruprecht« gegründet.