Omar

Best by far

Sony

Natürlich – die aktuelle Platte ist immer die Beste, ansonsten könnte man sie ja gleich bleiben lassen. Die Großspurigkeit im Titel dieses Albums kommt aber nicht von ungefähr, enthält es doch tatsächlich Omars bisher überzeugendste Aufnahmen – und einen herausragenden Hit noch dazu: Der britische Soul-Crooner mit einschlägiger Talking-Loud-Vergangenheit covert hier nämlich ganz vorzüglich William de Vaughans ewigen Klassiker »Be thankful for what you got«. Angie Stone hilft ihm dabei. Das Ganze als »würdevoll« zu bezeichnen wäre aber stark untertrieben. Ein profanes »saugeil!« trifft den Kern der Sache schon eher. Ansonsten gibt’s ein absolut korrektes, mit Jazzeinschüben (Lalo Schifrin, diese Abteilung) unterfüttertes Nu-Soul-Programm, das sich glücklicherweise weit stärker am Funk- und Soul-Geschehen der frühen und mittleren Siebziger als am amerikanischem Fließband-R’n’B der Nullerjahre orientiert.

Op:l Bastards
»The Job«
Form&Function/Zomba
PAUL POET

Pseudo-Elektro-Trashedelia. Natürlich braucht’s mehr als Handclap-Maschinchen um den Sommer zu machen. Und Jimi Tenor hat bei aller Bad Taste Attitude mehr Songwriter-Ability in seinem finnischen Arschhaar als diese One Joke Ponies. Auch bei Nordmannbonus und vielen I?s im Namen. Größtenteils wummern hier retroide 80ies-Waveparty-Synthbeatprogramme mit minimalen Zwischenshouts und in ungelenk verschlepptem Funk. Albernheiten, die echte Dancefloorspezialisten wie i-F und Cylob lach- und tanzfähiger gestaltet haben. Zu lang, zu wenig inspiriert blähen die ehemaligen Larry and the Lefthanded seit 1997 gesammelte Trax dieser erweiterten 12″-Compilation auf. Doch in kleiner Dosis ist der Lacher gut. Denn zweimal schnalzt es wirklich, im geil schwülen Leather Nun meets ABC-Synthpop von »Masqued Lover« und das Gefrierbooty kickende Pulsar Sequencing im artificial Glitterstomp von »Scorpius«. Allein das Duo bricht Gold aus dem Eis.