Various Artists

Asian Takeaways

Q.D.K.

Wie ein volltrunkenes Spiel Pachinko Berserque in einem neon-bunten Stripperladen. Für Incredibly Strange Music voll tweakender Moogs und gurgelnder Lyserggestalten ist es zu brav. Für Shibuya-Kei, die Vegas und Franzmannspop brüllenden Japsensüßlichkeit, zu wenig mondän. »Takeaways« spendet einen raren Look in das Trällergeschehen von HongKong, Malaysien, Singapur und Korea ca. 60s/70s. Das bedeutet Sonnenschein und Quetschherzen statt damals aktueller politischer Anspielungen. R+B-Unbedarftheit mit sanft hochgesteckter Überdrehtheitsschraube. Revolutionen passieren hier keine, abgesehen von Hemdkragenlänge, Perry Como-Karaoke und Udo Jürgens-Schwülstblick. Eine sanfte synthetische Welt asiatischer Kleinstadtbars, nicht Loungen, wie sie einem Martini nippenden Wong Kar-Wei nicht besser schmecken könnte. Lokalstars wie Leon Lai sucht man vergebens. Ethnologenstoff, nicht Hipster-Food, der die peinliche Berührtheit, am Songende von »Crouching Tiger, Hidden Dragon« zu Stäbchen zu greifen, ins Endlose zieht.