Aquaserge

»Déjà-Vous?«

Crammed Discs

Crammed, das Homelabel für progressive Musik in (Süd-)West-Europa, bringt mit »Déjà-Vous?« die erste Live-LP des seit 2005 agierenden französischen Ensembles Aquaserge auf den Teller. Bestehend aus acht Stücken soll es einen Überblick über das Schaffen der neun MusikerInnen geben. Wie sieht das aus? Gleich zu Beginn der aus zwei Touren zwischen 2006 und 2007 zusammengestellten Songs wird man durch die ausgestrahlte Wärme der Gebläse-Sektion und einer tollen Bass-Line auf eine Reise durch die Welt der Sterne geführt, wie man sie vom »Raumschiff« Gong kennt (déjà-vu?). Die Herrschaften können Atmosphäre schaffen. Doch täuschen lassen soll man sich nicht von der Ruhe: Die ausufernden, solierenden Arbeiten sämtlicher Instrumente folgen schnell und klingen wie der sprühende Sternenstaub der Kollision eines Raumschiffs mit einem Asteroiden. Darauf ein Song, dessen hypnotisierender Chor einen vor sich hertreibt, hin zum nächsten Stopp, der Interpretation des Jazz-Standards »My Funny Valentine«. Bisher alles ganz schön, doch so richtig zünden will es nicht und plätschert vor sich hin. Mit »C’est pas tout mais« zeigen sie, dass sie auch grooven können. Hier ebenfalls: Genregrenzen werden gekonnt ignoriert. Das Problem: Man findet sich selten zurecht, das Hin- und Herspringen zwischen den Ideen macht es schwer, dem Ganzen Aufmerksamkeit und Interesse zu schenken. Leider zu viel von allem und zu wenig von dem, was gut ist. Sicher sind sie eine tolle Live-Band, ihr druckvoller Sound und der zum Teil sehr nette Space-Psych-Krawall sind gute Anzeichen dafür. Bei dieser Art Musik wünscht man sich doch eher, sie würde von abgefuckten PsychonautInnen (siehe Acid Mothers Temple, Gong etc.) vorgetragen, die zur Not auch mal danebengreifen, nicht von MusikstudentInnen? So klingt es hier aber.