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Aaron Nevilles Alben waren ja seit geraumer Zeit lauschig bis lau – einzig sein »Gospel«-Album »I Know I’ve Been Changed« (2010) höre ich immer noch recht gerne. Mit »Apache« ist ihm nun allerdings ein Album gelungen, das seinem legendären Status gerecht wird – was nicht unwesentlich auf die Zusammenarbeit mit Eric Krasno von Soulive (der auch mitkomponierte) und Dave Gutter von den Rustic Overtones zurückzuführen sein dürfte. Das Album beginnt mit »Be Your Man« und »Stompin Ground« recht R&B- und Rock-orientiert. Kräftige Bläser-Einsätze und swingende Gitarren führen zurück in die 1960s und 1970s, zu den Anfängen des Funky Soul und naturgemäß zu Aaron Neville und seine Heimatstadt New Orleans selbst, obgleich Sound und Produktion dieses Albums unüberhörbar »state of the art« sind. Relativ wenige Songs werden, wie das himmlisch sanft groovende »Heaven« oder »Sarah Ann«, von Nevilles bekannt hohem Falsett dominiert. Vokal erleben wir eine für einen 75-Jährigen wirklich erstaunliche Performance. Erinnerungen an Sternstunden des 1970s-Soul werden bei Songs wie »Orchid in the Storm«, ein hinreißender Soul-Hadern, dem souligen Country-Rock-Swing »I Wanna Love You« oder bei »Make Your Moma Cry« wachgerufen – alles Hitparaden-Stoff im klassischen Sinne. Dieses facettenreiche Album legt noch einmal dar, wie sehr der legendäre Musiker gute eineinhalb Jahrzehnte Soul mitgeformt hat.

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