The new songs

»A nest at the junctions of paths«

Umlaut Records

Am Cover lächeln uns vier nette Damen und Herren am Hoffenster einer Altbauwohnung entgegen ?? (Oje, fängt der Rezensent doch glatt an, uns die CD-Hülle zu beschreiben. Da ist ihm wieder mal gar nichts zur Musik eingefallen.) Wait for it! Die Altbauwohnung ist wichtig. Denn hier spielt sich kammerkonzertmusikalisch alles ab, auch wenn die vier MusikerInnen aus Norwegen, Frankreich und Schweden stammen, geht es hier um eine versponnene Innerlichkeit, die sich irgendwo zwischen modern verzupfter Kammermusik und postharmonischem Pop bewegt. Tatsächlich kann man sich diese Musik am besten in einem begrünten, schattigen Hinterhof an einem sonnigen Frühlingstag vorstellen. Eine Handvoll Gäste findet sich ein, meist gute Freunde, alle irgendwie kreativ tätig, alle haben und lieben ihre Altbauwohnungen, sind glücklich liiert oder werden es nach der nächsten Weltreise wohl doch sein. Und dann setzen sich David, Eve, Sofia und Kim hin, um auf Barockgitarre, präparierten Klavier, Gesang und »Spielzeug« zu musizieren. Die Freunde lieben diesen melodiös fragmentarischen Zugang, durch den sogar noch ein Hauch von Chanson durchklingt (in dekonstruierter Form natürlich), und man mag auch den modernen, zeitgenössischen Anstrich, obwohl, ein bisschen nach »Konservatorium« klingt das schon. Dennoch, fein und schön an diesem Nest an der Weggabelung ist vor allem dieses freundschaftliche, liebevolle miteinander kommunizieren, das streckenweise fast wie ein gemeinsames Ein- und Ausatmen auf Musikinstrumenten klingt. Also? Für strenge Klassikfreunde vielleicht zu nett, für Popnaturen vermutlich zu sperrig.