Henriette Eilertsen Trio © Signe Fuglesteg Luksengard
Henriette Eilertsen Trio © Signe Fuglesteg Luksengard

»Möglichkeitsräume« in der Region

In seiner 46. Ausgabe entwickelt sich das Jazzfestival Saalfelden im Festivalzeitraum vom 20. bis 23. August verstärkt zum Ort der Kollektivität. Das spiegelt sich vor allem in den aufgeweichten Grenzen zwischen Publikum und Acts und zwischen fix-fertigen Programmen und eigens Einstudiertem wider.

Das Jazzfestival Saalfelden sei ein »Möglichkeitsraum«, der sich aktiv mitgestalten lasse, sagt dessen künstlerischer Leiter Mario Steidl und beschreibt damit einen Ort der Kollektivität, wie er ihn versteht und sich in Zukunft noch mehr wünscht. »Das bedeutet nicht zuletzt auch, dass die Künstlerinnen und Künstler Saalfelden mitdenken, Projekte darauf zuschneiden, Programme für uns erarbeiten oder konkret sagen, dass sie an diesem oder jenem Ort spielen möchten«, erklärt Steidl. 

Dieser »Möglichkeitsraum« gelte ebenso für das Publikum beim Festival. Schließlich seien Begegnungen mit den Auftretenden auf Augenhöhe möglich. Dieser Geist des Miteinanders werde auch vom Publikum Jahr für Jahr betont, so Steidl. Und ebenjener Geist führe schließlich dazu, dass Musikerinnen und Musiker stets gerne wiederkämen und wieder Raum für neue Ideen entstehe.

Solche Räume täten sich jetzt schon immer mehr auf. »Die Menschen in der Region haben die Räume für das Festival geöffnet«, führt der künstlerische Leiter aus. Das heiße etwa, dass es Spielstätten wie den Wald, die Almen, die Einsiedelei, den See und diverse Orte in der Stadt gäbe. Das führe wiederum zu Kollektivität: »Das internationale Publikum trifft mit dem einheimischen Publikum und den Einheimischen zusammen und man tauscht sich aus.«

MMM © Christopher Sturmer

Viel Freiheit, viel Europa

Auch künstlerisch-ästhetisch sei – wie beim Jazz natürlich generell – der Gedanke der Kollektivität und des Miteinanders ganz handfest/manifest verwirklicht. Beim Projekt von MMM »WAS_01« und dessen »Partiturmeter 1-66«, an dem unter anderem Maja Osojnik oder Matija Schellander beteiligt sind, werden die ersten 66 grafisch notierten Partiturmeter der mehr oder weniger freien Interpretation einer Vielzahl an Musikerinnen und Musikern überlassen.

Womit der Weg zum Programm selbst schon geebnet wäre, mit dem das Festival abermals seinem Ruf als Entdeckerfestival gerecht wird. Weniger Fokus auf US-Amerikanisches legend sind Länder wie Norwegen, Portugal, Griechenland, Frankreich und Österreich vertreten. »Diese internationale Programmierung bildet auch die Realität der weltweiten Jazz-Szene ab«, so Steidl. Schließlich sei es so, dass Europa in den letzten Jahren zu einem Jazz-Zentrum geworden sei.

Konkret auf das Festival übertragen bedeutet das, dass etwa die norwegische Flötistin Henriette Eilertsen mit ihrem Trio die Hauptbühne erklimmt oder Lukas König mit seinem Duo Koeniglollipop mit Leo Riegler konzertiert. Weiters ist ein japanisch-griechisches Duo rund um den japanischen Pianisten Masahiko Satoh am Start. Dass auch die USA nicht ganz ausgespart werden, zeigt sich wiederum in der Person Marta Sanchez, die der New Yorker Jazz-Szene zuzurechnen ist.

Link: https://www.jazzsaalfelden.com/

favicon

Unterstütze uns mit deiner Spende

skug ist ein unabhängiges Non-Profit-Magazin. Unterstütze unsere journalistische Arbeit mit einer Spende an den Empfänger: Verein zur Förderung von Subkultur, Verwendungszweck: skug Spende, IBAN: AT80 1100 0034 8351 7300, BIC: BKAUATWW, Bank Austria. Vielen Dank!

Ähnliche Beiträge

Nach oben scrollen