Luxemburg, eines der kleinsten Länder Europas, bringt seine Artists ganz groß raus und belohnt deren kreative Ambitionen mit Stipendien und Förderungen, von denen die österreichische Selfmade-Szene nur träumen kann. (Über den Mangel vergleichbarer Unternehmungen hierzulande haben sich schon Dives in ihrem letzten skug-Interview ausgiebig und zu Recht ausgelassen.) Wie viele Diamanten aufgrund von unzureichenden Möglichkeiten ungeschliffen bleiben müssen, mag man sich lieber nicht vorstellen. Was aber an hervorragender Musik entstehen kann, wenn man als Künstler*in nicht systematisch klein gehalten wird, macht uns Jana Bahrich alias Francis of Delirium vor. Die Mitte-Zwanzig-jährige Tochter kanadischer Eltern landete über Umwege (geboren in Belgien, aufgewachsen in der Schweiz und in Kanada) als Late-Teen in Luxemburg und machte sich dort einen Namen als Produzentin und Sängerin. Auf in Eigenregie produzierte EPs mit selbstgemalten Covers folgte 2024 auf Dalliance Recordings das Debütalbum »Lighthouse«, mit dem sie sowohl Fans als auch Kritiker*innen für sich gewann. Schwärmerische, gitarrenlastige Songs zwischen Indie und Alternative ebneten ihren Weg in die internationale New-Voices-Szene und schickten sie auf Tour durch Europa, UK und Nordamerika.
Ende Mai 2026 folgte dann ihr zweites Album mit dem Titel »Run, Run Pure Beauty« ebenfalls auf Dalliance Recordings. Ein elf Songs starker Tonträger, der die musikalische Entwicklung der Künstlerin festhält. Anders als das Debüt ist »Run, Run Pure Beauty« weniger geradlinig, wirkt roher, verspielter und verletzlicher. Bahrichs Stimme hebt sich deutlich von den Melodien ab, statt tief in ihnen verwoben zu sein, und klingt so glasklar, so fragil und hell, dass man Angst bekommt, sie könnte zerbrechen. Stattdessen hält sie die Töne souverän in euphorisierenden Vibratos und trägt ihre Zuhörenden auf hohen Wellen aus dynamischen Gitarrenriffs und prägnanten Drums fort. Ein Album, das unter die Haut geht und vielversprechend für eine Live-Interpretation scheint! Lasst euch die Gelegenheit also nicht entgehen, Francis of Delirium am 4. September 2026 live im Lucia zu sehen – als Support gibt’s verträumten Indiepop von Sakura.











