Das Jazzfestival Saalfelden sei ein »Möglichkeitsraum«, der sich aktiv mitgestalten lasse, sagt dessen künstlerischer Leiter Mario Steidl und beschreibt damit einen Ort der Kollektivität, wie er ihn versteht und sich in Zukunft noch mehr wünscht. »Das bedeutet nicht zuletzt auch, dass die Künstlerinnen und Künstler Saalfelden mitdenken, Projekte darauf zuschneiden, Programme für uns erarbeiten oder konkret sagen, dass sie an diesem oder jenem Ort spielen möchten«, erklärt Steidl.
Dieser »Möglichkeitsraum« gelte ebenso für das Publikum beim Festival. Schließlich seien Begegnungen mit den Auftretenden auf Augenhöhe möglich. Dieser Geist des Miteinanders werde auch vom Publikum Jahr für Jahr betont, so Steidl. Und ebenjener Geist führe schließlich dazu, dass Musikerinnen und Musiker stets gerne wiederkämen und wieder Raum für neue Ideen entstehe.
Solche Räume täten sich jetzt schon immer mehr auf. »Die Menschen in der Region haben die Räume für das Festival geöffnet«, führt der künstlerische Leiter aus. Das heiße etwa, dass es Spielstätten wie den Wald, die Almen, die Einsiedelei, den See und diverse Orte in der Stadt gäbe. Das führe wiederum zu Kollektivität: »Das internationale Publikum trifft mit dem einheimischen Publikum und den Einheimischen zusammen und man tauscht sich aus.«

Viel Freiheit, viel Europa
Auch künstlerisch-ästhetisch sei – wie beim Jazz natürlich generell – der Gedanke der Kollektivität und des Miteinanders ganz handfest/manifest verwirklicht. Beim Projekt von MMM »WAS_01« und dessen »Partiturmeter 1-66«, an dem unter anderem Maja Osojnik oder Matija Schellander beteiligt sind, werden die ersten 66 grafisch notierten Partiturmeter der mehr oder weniger freien Interpretation einer Vielzahl an Musikerinnen und Musikern überlassen.
Womit der Weg zum Programm selbst schon geebnet wäre, mit dem das Festival abermals seinem Ruf als Entdeckerfestival gerecht wird. Weniger Fokus auf US-Amerikanisches legend sind Länder wie Norwegen, Portugal, Griechenland, Frankreich und Österreich vertreten. »Diese internationale Programmierung bildet auch die Realität der weltweiten Jazz-Szene ab«, so Steidl. Schließlich sei es so, dass Europa in den letzten Jahren zu einem Jazz-Zentrum geworden sei.
Konkret auf das Festival übertragen bedeutet das, dass etwa die norwegische Flötistin Henriette Eilertsen mit ihrem Trio die Hauptbühne erklimmt oder Lukas König mit seinem Duo Koeniglollipop mit Leo Riegler konzertiert. Weiters ist ein japanisch-griechisches Duo rund um den japanischen Pianisten Masahiko Satoh am Start. Dass auch die USA nicht ganz ausgespart werden, zeigt sich wiederum in der Person Marta Sanchez, die der New Yorker Jazz-Szene zuzurechnen ist.











