Health aus Los Angeles machen seit fast zwei Jahrzehnten Musik für Menschen, die im Fitnessstudio weinen. Noise, Industrial, Synths, von den Kids liebevoll »Cum Metal« getauft, von der Band nie dementiert, warum auch. Ihre Merch-Slogans lauten »Don’t Kill Yourself« oder »Wasted Years« und sind Diagnose und Lebenshilfe in einem. Live gibt es Bässe, die man in der Brust spürt wie eine schlechte Entscheidung, und Melodien, die viel zu schön sind für das, was sie dir antun. Du wirst dir nach der Show ein T-Shirt kaufen und du weißt es.
Franck Hueso aka Carpenter Brut aus Frankreich liefert im Vorprogramm Darksynth in Reinkultur: 80s-Horror-Vibes, Slasher-Movie-Energie und Riffs wie ein Chainsaw-Solo im Neonlicht. Wer bei »Turbo Killer« oder »Leather Teeth« nicht mindestens innerlich mit den Zehen wippt, ist möglicherweise bereits tot. Davor: Chat Pile aus Oklahoma City. Noise/Sludge, so hässlich und großartig, als würde der amerikanische Traum in Echtzeit gegen die Wand fahren. (Tut er auch … sie liefern nur den Soundtrack dazu.) Und zum Einstieg Sierra Veins, ebenfalls aus Frankreich, die den Abend mit düsterem Synth-Sound eröffnet, bevor alles (natürlich nur musikalisch) den Bach runtergeht.
Ein Abend und vier Acts. Viel zu viel Bass, viel zu grelle Visuals und die seltene Gelegenheit, gemeinsam mit ein paar hundert Fremden in die Leere zu schreien, therapeutisch wertvoll und deutlich günstiger als eine Stunde beim Profi. All das am 11. August 2026 ab 17:30 Uhr in der Wiener Arena unter freiem Himmel, dem das alles komplett egal ist. »Wasted Years«? Vermutlich. Aber dieser Abend zählt mit Sicherheit nicht dazu.
Link: https://arena.wien/Home/Programm-Detail/concert-id/48478











