Kürzlich erst hatten wir an dieser Stelle Drew Gardner, verbunden mit dem Hinweis auf Water Damage und Winged Wheel, und Eternal Music Society spielen ebenfalls minimalistischen, um sich selbst kreisenden, ins Psychedelische neigenden und ins Kraut schießenden Jam-Rock. Und weil Eternal Music Society in Schweden zuhause sind, da ziehen wir gleich die legendären Träd, Gras Och Stenar aus dem Regal, um die mäandernde instrumentale Musik historisch in eine passende Perspektive zu rücken. Ihren Namen hat sich die schwedische Gesellschaft von Don Cherry gemopst, der mag als spiritueller Pate der Musik irgendwie beistehen, aber musikalisch geht die Reise der neuen Eternal Music Society doch eher in eine andere bzw. die bereits angedeutete Richtung. Wenn man mit dieser Art von Gitarrenmusik was anfangen kann, dann kann man sich auch immer wieder aufs Neue in den repetitiven Klängen, die entsprechende Veröffentlichungen bereithalten, verlieren. Die Rezeptur kann variiert werden, aber sie beinhaltet stets eine Prise Krautrock (Can), eine Messerspitze Space-Rock (Hawkwind), eine ordentliche Portion Hippie-Romantik (Träd, Gras Och Stenar) und zum Abschmecken wird behutsam mit Post- und Noise-Rock (Slint zum Beispiel) nachgewürzt, damit die Suppe nicht zu abgestanden schmeckt, aber – Vorsicht! – nicht zu viele neumodische Inhalte beigeben, hier wird schließlich traditionell gekocht! In der Regel mundet das Ergebnis und so ist es auch im vorliegenden Fall. Unaufgeregt, konzentriert, selbstgenügsam – mit solchen vielleicht wenig attraktiv erscheinenden Attributen würde ich das selbstbetitelte Debüt von Eternal Music Society versehen. Die Verwendung solcher Adjektive meine ich als Kompliment, die von Schickschnack und Blödsinn befreite Ästhetik des Quartetts ist mir sehr angenehm. Keine gepunkteten Verkleidungen, keine Masken, keine langen Nasen … keine Aufregung. Natürlich ist auch dafür genug Platz unter der Sonne, aber ich bleibe lieber im Schatten bzw. im Proberaum der Eternal Music Society. Den stelle ich mit gemütlich vor: Fleckiger Teppich, abgewetzte Couch, volle, leere und halbleere Flaschen (hier und da Zigarettenstummel darin versenkt), länger nicht gelüftet, damit sich das bewusstseinserweiternde Mikroklima erhält, kurz: Ein Ort, an dem die Uhren anders gehen, die Zeit langsamer verstreicht, wenn sie nicht gar stillsteht. Schön.
Eternal Music Society
»Eternal Music Society«
Knotwilg Records
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