Shoji Hano / Toshimaru Nakamura/Tetuzi Akiyama

»48« / »Meeting At Off Site Vol. 2«

Improvised Music from Japan

Shoji Hano spielt Schlagzeug. Auf »48« solo und ausschließlich. Gleich vorweg: ich mag dieses Album sehr. Ich mag seine Kraft, die ganz eigene Ursprache mit der hier hantiert wird. Ich mag, wie die Musik um sich selbst kreist, hypnotisch und dynamisch, und ich mag Shoji Hanos weiche, »überlegte« (man höre die Bassdrum) Art, sein Instrument zu spielen. In einer hervorragenden Aufnahme, die die verschiedenen Klangfarben wunderbar zur Geltung bringt, steht hier einzig und allein das Schlagzeug im Mittelpunkt. Laut Eigendefinition »Drummer, not a Percussionist« lässt Shoji Hano den Hörer mit seiner von Free Jazz-Einflüssen getränkten, traditionellen Spielweise eine knappe Stunde ausgesprochen intensiv relaxen.
Vollkommen unterschiedliche Persönlichkeiten tummeln sich wiederum auf der »Meeting At Off Site Vol. 2« betitelten CD, welche Ausschnitte aus sieben Improvisations-Sessions bietet, zu denen Toshimaru Nakamura und Tetuzi Akiyama verschiedenste Gäste – namentlich Kaffe Matthews, Andrea Neumann, Sean Meehan, Aki Onda, Tim Barnes und DJ Peaky – geladen haben. Nakamura ist wie gewohnt damit beschäftigt, die Rückkopplungen seines no-Input Mixing Boards in den Griff zu bekommen, während sich sein Kollege vorwiegend an die verstärkte, akustische Gitarre hält. Die Tracks sind durchwegs länger als auf dem Vorgängeralbum, was es leichter macht, sich auf die doch sehr unterschiedlichen Darbietungen einzulassen und so bewegen sich zwischen kaum wahrnehmbaren Minimalismus, dunklen Drones und metallischem Knarzen die hochgepitchten Soundschleifen und Gitarrenabstraktionen der beiden Gastgeber ganz vortrefflich.