Milk Maid

»Yucca«

FatCat Records

Es gibt einen gewissen Schlag von Musikhörern, welche sich nur für Platten begeistern können, die in technischer oder spielerischer Form den hohen Anforderungen entsprechen, die diese Personen an die musikalischen Dienstleister stellen. Platten die diesen Ansprüchen nicht genügen, werden dann mit den Worten »das kann ja jeder« als qualitativ rückständig abgekanzelt. »Yucca« kann auch jeder. Das Album ist streckenweise derma&szligen lo-fi produziert und schlampig eingespielt, als hätte man im Studio den Nachbarraum mit einem alten Kassettenrecorder mikrofoniert und mal drauf losgejammt. Es wäre nun allerdings ein Fehler zu behaupten, die Platte wäre allein aufgrund dieser Tatsache nur mittelprächtig. Es ist vielmehr das Noise-Folkige Songmaterial, das »Yucca« nicht aus ähnlich gehaltenen Veröffentlichungen der letzten Jahre hervorstechen lässt. Bei »Dead Wrong« vermeint man Weezer bei einer Akustik-Probe zuzuhören, nicht gerade der feuchte Traum eines halbwegs zurechnungsfähigen Musikliebhabers. »Back of Your Knees« ist King Missile in Reinkultur, schon allein wegen der ähnlichen Stimme von Milk Maid-Sänger Martin Cohen. Dann doch lieber das Original. Mögen auch einzelne Lieder wie das poppige »Not Me« und der »Sad Song« einen gewissen Charme versprühen, so bleiben sie doch erfolglose Reanimationsversuche des ansonsten anämischen Rests. »Yucca« will gro&szliges Kino auf small scale sein, es reicht allerdings zu nicht viel mehr als Super 8 im Schwitzkasten einer verloren geglaubten Leichtigkeit des DIY-Prinzips.