Susanna

»Wild Dog«

Rune Grammofon

Da lächeln sie verlegen im fast schon rührend unbeholfenen Promotionsvideo, die Harfenspielerin Giovanna Pessi (die uns hier eigentlich gar nicht interessiert) und die Sängerin Susanna Karolina Wallumrød. Das Video findet sich auf der Website des Labelriesens Universal, für ein Album mit Liedern von Henry Purcell (»If Grief Could Wait«), das beim Vertriebspartner ECM erschienen ist. Es geht also unzweifelhaft aufwärts in den Jazzmainstream mit Frau Wallumrød, zuvor aber veröffentlich sie noch ihr mittlerweile fünftes Album seit 2004 bei ihrem Haus- und Hoflabel Rune Grammofon. Die Verortung tut hier allerdings wenig zur Sache, auch nicht die Absenz der Harfe oder Henry Purcell als Bezugspunkt. Auch so macht Wallumrød einen hübsch spartanischen, leicht frostigen Folk (ich führe hiermit die Bezeichnung »Northern Folk« ein), der ganz im Dienste ihrer markanten Stimme steht. Irgendwo zwischen Tori Amos und Karin Krog darf man die Stimmbänder der Dame einordnen – von Krog die Disziplin und das gro&szligartige Timbre, von Amos das Verträumt-Schwärmerische. Dass sie bereits mit Bonnie Prince Billy duettierte, passt da ebenso ins Bild, wie die Präsenz von dessen Hausgitarristen Emmett Kelly oder des Drumers Jeremy Gara von Arcade Fire. Ja, auf dieser Hochzeit tanzen wir hier, und die Ohrwurmqualitäten von Stücken wie »Imagine« oder »Rolling On Rolling Stone« werden am Ende womöglich sogar noch zu einem Gastspiel in den Charts führen. Und bald danach werden alle Musikzeitschriften von hier bis Hamburg von neuen Hype »Northern Folk« und überhaupt dieser ganzen vibrierenden, flirrenden nordischen Musikszene berichten. Lange nachdem ihr es bei uns gelesen habt ??