Dent May

»Warm Blanket«

Paw Tracks

Welche bösen Absichten unterstellt Paw Tracks, das Label aus dem Umfeld von Animal Collective, mir kleinem skug-Autoren eigentlich? Der durch Abbildung eines Totenkopfes auf der CD-Oberfläche untermauerte Warnhinweis, man möge der öffentlichen Verbreitung des Inhalts von Dent Mays neuem Album »Warm Blanket« durch ausschließlichen Heimgebrauch desselben vorbeugen – »keep this disc safe! « heißt es euphemistisch – kommt mir doch reichlich überzogen vor. Von wegen böse Majors, auch die kleinen Labels haben ihre Marotten. Vor allem mag der Totenkopf so gar nicht zu den regenbogenfarbenen Spinnereien von Dent May passen, dem »king of unpop« (facebook), der sich auf seinem dritten Album noch melodieverliebter als zuvor gibt. Von wegen unpop! Ganz klassischer Pop ist das, der sich anschmiegt, ganz viel gekrault werden will und ob des vielen Glücks heftig mit dem Schwanz wedelt. Elvis Costello trägt die Super Furry Animals (wer erinnert sich noch an das schmeichelweiche »Juxtaposed With U«?) huckepack in die Disco. Brian Wilson lässt sich durch den Chillwavebreaker-Bereich zu seinem Piano tragen. Und Dent May haut noch eine Menge Streicher und Bläser oben drauf. Das eher schwachsinnige Ukulele-Schrammeln früherer Tage hat der knapp 30-jährige dankenswerterweise abgelegt. Auf »Warm Blanket« peilt er vielmehr den großen Popsong an, dem er vereinzelt tatsächlich nahekommt, etwa mit »It Takes A Long Time«. Unerwähnt darf aber auch nicht bleiben, dass sich Dent May stets ähnlicher Akkordfolgen bedient und gegen Ende des Albums sein Erfolgsrezept zusehends durchschaubar wird. »Warm Blanket« sollte man daher am besten nicht zu oft und nur in kleinen Happen genießen.