Peter Licht

Vierzehn Lieder

BMG

Vielleicht erinnert sich noch jemand an dieses niedlich-nervige Lied »Sonnendeck« eines gewissen Meinrad Jungblut von vor ungefähr genau einem Jahr. Dann tauchte der Track einige Monate später wieder auf, nur diesmal hieß der Interpret Peter Licht und sah im Video aus wie ein Bürostuhl. Tatsächlich sind Meinrad Jungblut und Peter Licht identisch, der letzte Name ist offenbar der des Projekts, aber so ganz klar ist das auch nicht, weil sehr viel will der Musiker nicht über sich preisgeben. Ist ja auch egal. Es lässt sich aber vermuten, dass er nicht alle Tassen im Schrank hat, dieser Schluss drängt sich zumindest nach Anhörung der vierzehn Lieder auf. Das soll jetzt aber kein Vorwurf sein, nein, ganz im Gegenteil. Denn vor derartig unverfrorenen Klugscheißereien und surrealen Albernheiten, die Peter Licht hier in mehr oder weniger billigen elektronischen Verpackungen serviert, – garniert mit akustischen Gitarren, Harfen, Rumbarasseln oder Sitar(!) – kann man nur den Hut ziehen. Beschimpft er die Sonne zunächst mehrmals als »gelbe Sau«, gibt er uns an einer anderen Stelle den weisen Rat: »Meide die Popkultur, dann geht’s dir besser!« – nur um dann den 68ern nahe zu legen, sich zu verabschieden, jedoch nicht ohne den Nachtrag: »Vielleicht rufen wir an!« Solch charmante und intelligente Blödsinnigkeiten lassen wir uns gerne gefallen, dafür gibt’s zehn narrische Schwammerln!