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Spaceways Inc.

Version Soul

Atavistic

Nachdem das erste Angebot dieser Combo aus Reinterpretationen kosmischer Standards von Sun Ra und George Clinton bestand, sind diesmal alle Tunes aus eigener Feder, und haben eigentlich recht wenig mit den damals gebrachten musikalischen Verbeugungen gemein. Ken Vandermark ist Mastermind des Trios und hat sich als neues Lieblingsinstrument das Baritonsaxophon auserkoren; James McBride betreibt wieder vor allem als E-Bassist einen wie ich es nennen möchte absurden Pointillismus und Hamid Drake ist als Schlagzeuger wohl der einzige des Trios, der die diesmal anvisierte Musik auch wirklich spielen kann . Das Ziel ist neben dem Titel wie immer aus den Widmungen herauszulesen; hier gehen sie unter anderem an Jackie Mittoo und »Zigaboo«Modeliste; stehen also vor allem für rhythmische Innovationen der Jamaica-/New Orleans-Achse. Also fremde Federn, mit denen sich diese Musiker schmücken möchten, oder einfach ein Ziel, das nicht unbedingt in ihrem hin und wieder doch zu akademischen Naturell liegt. Das wissen sie wohl auch selbst, und ergründen hier eher die Subtilitäten verschiedener rhythmischer Herangehensweisen aus Reggae, Dub, Soul, Funk und natürlich Jazz; denn um Jazz handelt es sich hier ja letztlich. Und genau die auszumachende Spießigkeit, die sich zwischen der gebotenen Theorie und Praxis an diesem Ort auftut, bringt mich eigentlich immer wieder zum Kotzen. Kann sein, ich habe alles einfach komplett falsch verstanden, und den Winkel des sanften Westcoast-Jazz-Trios zu wenig goutiert.

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Text
David Krispel

Veröffentlichung
28.11.2002

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