Various Groove Singles

Ein paar Veröffentlichungen im DJ-Format der Maxi, 1. Quartal 2006, beginnend in Wien, ausgewählt durch zufällige Akkumulation beim Autor: MICHAEL »LANGOTH« aus dem Lager der Sunshine Enterprises legt mit der 12\“ »Gummophon« ein solides Teil vor, das im wesentlichen zwei Nummern enthält: »Grounding« – Elektrodubgroove mit Rap und einem dramatischen Keyboard-Streicher-Loop, das ein wenig an Dublex Inc. erinnert. Der Titeltrack zum kommenden zweiten Album. Dann noch die Nummer »Gummophon« – Elektropop mit verträumt verfremdeter Frauenstimme, kennt man irgendwie, aber nett. Wird vor allem im Radio gut kommen.

Geschmäcklerischer profiliert man sich bei INFRAcom!, Gilles Peterson wird sich freuen. »Freedom’s Land/Walking On Air« von JHELISA in Remixes von Swell Session und Ray Mang, Vorbote zum Album, das zunächst in New Orleans und Catrina versank, aber anscheinend im April kommt. Jhelisa punktet mit einer politisch unterfütterten, kompetenten Black Music-Verwertung, gut balanciert zwischen Roots und Modernität. Fein: Der elektrifizierte Upright Bass-Sound bei »Walking On Air«. Was der technischen Beschreibung nach an Standard denken lässt, ist tatsächlich aber erdiges Treibmittel für den Tanzboden. Aus dem gleichen Haus kommt die »Expecting Repercussions«-12\“ vom MATTHIAS VOGT TRIO, entschieden nu-jazziger und also zeitgeistiger angelegt, mit netter Gesangsspur von Dania Koenig – alle Mixes optimal für die Lounge (Original, Trüby Trio und funky groovend der Leichtwaden-Mix von Meitz). Und dann noch eine Maxi von NEKTA: »History Is Pearshaped«, wollen die uns weismachen. Sängerin Nathalie Schäfer ist so wie Madita von Couch Records offenbar eine Björk-inspirierte Jazzerin, der Sound ähnlich wie beim Vogt Trio Nu-Jazz, aber treibender, tanzbarer, besonders im Swell Session-Remix. Als jazzy Draufgabe gibt’s noch »What Nature Brings«. Summa Summarum: Man könnte direkt einen spezifisch deutschen Nu-Jazz-Sound ausmachen.
Zuletzt Frischware vom großen Hype 2001: Neue Single vom GOTAN PROJECT: »Diferente«, natürlich auf ¡ya basta!. Mehr vom Gleichen könnte man sagen, Tango meets Groove, aber nachdem anscheinend sonst keiner ernsthafte Ambitionen entwickelt hat, in die gleiche Kerbe zu schlagen, steht das Gotan Project immer noch originell auf weiter Flur. Eine dezente Spur mehr elektronischer Schub und der Gesang von Cristina Vilallonga tun ein übriges, dass man diese Klangfarben sofort wieder ins Herz schließt und dem Drive zum Tanzen entsprechen möchte. Der zweite Track »Domingo« ist allerdings eher was für die Cut-Mixer. Jedenfalls, wann kommt das Album?