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Mego, die dritte Generation. Das braucht in Zeiten der Electronica-Rezession kein Beileid, keinen Artenschutz, keine Spendenkonten. Denn die Weiterentwicklung geschieht von selbst. Schließlich baut Hypostase, zivil Gogo, Wahlwiener ruraler Abkunft, auch ohne Papa Pita seine LoFi IDM-Miniaturen ganz gewitzt. Und er wandert bereits weiter aus den Clubs und Wohnzimmern Richtung Bühnenuntermalung. Das ist weder subventionierte Popelei wie Pulsingers gewolfter Schwanensee, noch aufgeblasener Dreck wie Tetsuo Furudates White Noise-Adaptionen von Shakespeare. Es ist auch nicht die Wiedergeburt Christi, die braucht aber eh keiner. Hypostase untermalt hier das neuste Stück der europaweit anerkannten Avantgarde-Artisten (sprich: Jonglieren mit Bedeutung) Duo WirrDenken, eine Kombination aus Zirkus, Ausdruckstanz und Beckett. Das harmoniert bisweilen ganz prächtig. Während der Performance aber irgendwann Idee und Atem vor Bedeutungsschwere wegläuft, lebt die Musik noch aus der Konserve. Ob als skurril berserkendes Ping Pong-Sample in Post-Computerjockeys-Zeiten, ob als bleischwerer arktischer Himmel in Reminiszenz an Thomas Köner.

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