Annett Lousian

»Unausgesprochen«

Sony

Das Album atmet, doch doch. Annett Lousian atmet. Sie atmet Jazz, Chansons, was sie halt selber sehr gerne hört. Das zweite Album ist insofern persönlicher, aber auch absurder. Produzent und Texter Frank Ramond scheint ein fruchtbares, kreatives Katz-und-Maus-Spiel mit Annetts Stimme zu treiben, die Songs sind hier reiner Ozean, reiner Verwebungsmechanismus. Annett droht nicht nur hin und wieder unterzugehen, sie stellt auch mit der wunderbaren Frage »Wo ist denn das Problem?« die implizierte Behauptung auf, es gäbe ein Problem. Vielleicht ist die Platte irgendwo deshalb schief, weil sie wie Zucker runtergeht, niemandem auch nur eine Möglichkeit offen lässt verwundert zu sein und einfach keine Verwertung dieser an sich ja okayen Stimme passiert. Aber an wieder anderen Stelle heißt es »Geh mir weg mit deiner Lösung, sie ist der Tod für mein Problem.«. Vielleicht will Annett es nicht anders. Ein Memento-Komplex im kitschigen Kitsch. Schade, dass du am Ende doch nicht weißt, was in der Mitte passiert ist.