Martin Ptak

»Twilight Street«

Hidden Valley

Mangelnde Vielseitigkeit kann man Martin Ptak nicht vorwerfen: Involviert in unzählige Projekte ist der gebürtige Niederösterreicher zuletzt als einer der beiden Bläser, die als »Blech« die famosen Strottern bei ihrem letzten Album »Wia tanzn is« unterstützen, angenehm auffällig geworden. Mit seiner ersten Soloproduktion »Twighlight Street« exponiert sich der gerade mit dem Kulturpreis des Landes Niederösterreich in der Sparte Musik Ausgezeichnete mit Kompositionen, die sich in den vergangenen zehn Jahren angesammelt haben. Dabei greift er aber nicht zur Posaune, sondern kehrt zu seinem ursprünglichen Instrument, dem Klavier, zurück. Damit skizziert er fragile Soundscapes – die auch von seinen Reisen inspiriert – in minimaler Variation von Motiven bei aller (meistens) Zurückgenommenheit einer stetigen Progression folgen. Es wird lieber gekleckert als geklotzt, ist ja auch subtiler. Wie Aquarelle im noch nicht ganz angetrocknetem Stadium, in dem sich noch geringe Änderungen bis zum Resultat ergeben, klingen – synästhetisch gesprochen – die dreizehn Stücke dieses Debüts, das ja schon vom Titel her ein ?bergangs- bzw. Zwischenstadium repräsentiert. Dass es sich dabei um einen Soundtrack für Filme im Kopf handelt ist in diesem Fall mehr als eine hohle Phrase. Bei der Live-Präsentation im Wiener Porgy & Bess wurden diese Bilder von Autofahrten mitgeliefert und boten so die Möglichkeit zum Vergleich der eigenen Imagination mit dem realen Ausgangsmaterial. Sehr nahe an der elektronischen Musik ist Ptak beim Ausloten der Möglichkeiten des präparierten Klaviers: Vordergründig kaum wahrnehmbar addieren sich hier rhythmische Pattern zu dichten Klangskulpturen, die gern auch bekannte Motive aus der Filmgeschichte aufnehmen (»Gone With The Wind«). Die vier gern bratzig gespielten Gastposaunen und auch mal Tuba akzentuieren in gelungenen Arrangements diesen Soundtrack von der Stra&szlige mit den unklaren Lichtverhältnissen.