Ochestra Baobab

»Tribute to Ndiouga Dieng«

World Circus

Das neue Album des Orchestra Baobab – ihr letztes, »Made in Dakar«, liegt nun zehn Jahre zurück – ist ein typisches Senegal-Album, aber nicht unbedingt ein klassisches Baobab-Album. Es greift zwar wieder die bekannten Cuban-Stile auf, die auf früheren Alben zelebrierten virtuosen, »psychedelischen« Gitarrensoli und Latin-Bläser-Arrangements wurden jedoch zurückgenommen. Gitarrist Barthélemy Attisso verließ die Band aus beruflichen Gründen und Sänger und Komponist Ndiouga Dieng, dem »Tribute« gewidmet ist, verstarb Ende letzten Jahres. Traditionell-Folkloristisches kommt jetzt mit dem Kora-Spieler Abdoulaye Cissoko in den altbewährten Stil des Ensembles und führt dessen Musik in eine neue Richtung. Modernität hatte sich die Band bei ihrer Gründung 1970 wie so viele andere Bands in den Jahren nach der senegalesischen Unabhängigkeit auf die Fahnen geschrieben. Die alte Tanzhalle im Club in Dakar ist, überspitzt formuliert, nicht mehr die wichtigste Spielwiese der Band; ihre Musik ist nun auch den Sitzreihen internationaler Konzertsäle zumutbar, was aber überhaupt nicht von Nachteil ist, im Gegenteil: Stilistisch variantenreich und gekonnt ausgeführt, wäre »Specialist in All Styles« ein passender Titel gerade für dieses Album gewesen, hätte man ihn nicht schon 2002 für ein Album vergeben, das ein vergleichsweise pures African-Cuban-Album war.

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