The Veils

»Time Stays, We Go«

Pitch Beast Records

»Thumbs up if whatever TV series brought you here«. In Zeiten wo sich Acts wie Bon Jovi von den Erlösen aus ihren Spotify-Plays gerade noch ein Extrawurstsemmerl kaufen können, wird es für Bands schon irgendwo Sinn machen, ihre Lieder in Serien und Filmen unterzubringen. Royalties heißt das Zauberwort. Freilich ist es traurig wenn man gefragt wird, ob »The Killing Moon« nicht das Lied aus »The Girl Next Door« sei, aber immer noch besser als den Song gar nicht zu kennen. Auch die Lieder der Veils kamen schon in so manch eher abstoßender Serie zur Verwendung, doch solange man sich als Band dafür musikalisch nicht kompromittiert, kann dieser Umstand eigentlich nur die schlimmsten Indieschädeln stören. Irgendwie wollen die Veils aber trotz prominenter Platzierung in Serien wie »One Tree Hill« noch immer nicht das große Ding werden, was an ihrem niedertaktigen Veröffentlichungsrhythmus liegen mag. »Time Stays, We Go« ist erst das vierte Album in über zwölf Jahren Bandgeschichte. Das Quintett präsentiert darauf eine gewohnt schwelgerische Variante des Pop, die Gegensätze zelebriert, das Leben bejaht, aber auch den Tod nicht fürchtet. Egal ob Vibrato-getragener Walzer, Seifenkistenfahrt im Mandolinenhimmel, oder viktorianische Kleiderkastenschau, den Veils will irgendwie alles gelingen. Frontmann Finn Andrews ist nicht nur ein hochgradig talentierter Songwriter, er ist auch mit einem stattlichen Organ gesegnet, was er im Stimmungsregister zwischen lieblich und kratzbürstig auch entsprechend demonstriert. Die Anklänge an Arcade Fire im Closer »Out From the Valley & Into the Stars« hätte es dann gar nicht gebraucht. Dass diese Band großformatigen Pop regelrecht aus dem Ärmel schüttelt, hört man auch ohne Querverweise.