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Frau Nordenstam ist ein typischer Fall für ein » Take it or Leave it«-Verhalten: Springt man auf die fiepsende Kinderstimme und den eingefrorenen Gesang der Norwegerin an, wird eine/n ein neuer Release nicht enttäuschen. Ist das nicht der Fall, stehen die Chancen für ein besseres Kennenlernen nicht so gut. Ich gehöre zur ersten Gruppe; und bin wieder mal sehr zufrieden. Dieselben Ingredienzien, ohne die Vorgänger plump zu kopieren. Am nächsten kommt »The World is Saved« noch »And She Closed Her Eyes« (1994), mit kleiner Verschiebung des Fokus in Richtung fetterer Produktion. Wobei fetter in diesem Zusammenhang noch immer für fragile Miniaturen steht, die in schlechten Momenten Gefahr laufen ins Niemandsland auszufransen. Sicher nicht der Fall ist das bei der clever ausgesuchten Single-Auskoppelung »Get on With Your Life«, die außer verhalten optimistischem Grundton eine knochentrockene Rhythmusgitarre und ein geheimnisvolles Video im Schlepptau hat. Darin tänzelt die öffentlichkeitsscheue Stockholmerin in zerhackt-verzögerter Schnittfolge somnambul durch eine karg möblierte Blockhütte – kein Zweifel – diese Frau will Kunst produzieren. Lässt man sich auf die Chansons der Nordenstam geduldig ein, offenbart sich unter der Eisschicht emotionaler Tiefgang. »The World is Saved« ist kein Gletscher, sondern eine nur zart gefrorene Pfütze.

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