The Radio Dept.

»I Don’t Need Love, I’ve Got My Band«

Just So!

The Radio Dept. gehört zu den Departements, deren Adresse man sich merken sollte. Es befindet sich irgendwo zwischen Melancholie, Trauer, Verliebtsein, Herzschmerz, Verträumtheit. Mit ihren ersten beiden Alben »Lesser Matters« und »Pet Grief« hat die schwedische Band zwei wunderwunderbare Alben herausgebracht, dazwischen erschienen außerdem zwei EPs, »Pulling Our Weight« (2003) und »This Past Week« (2005), die bisher bloß auf CD veröffentlicht wurden, jetzt aber auf einer Platte beim hauseigenen Label Just So! neu erscheinen. Haben nichts von ihrer Kraft verloren. Sehr eingängig, lieblich, zuckersüß, reißt gleichzeitig Wunden auf und betäubt sie kathartisch. Wunderschön traurig klingt das hier, shoegazig leichter Indie, »Pulling our Weight« mit seiner hinreißenden Bassline, der aufmunternde Titeltrack, mit seiner zeitlos schönen Gitarre und dem Lo-fi-mäßig hingenuschelten Gesang, man möchte diese Dudes gerne als Freunde haben. »Someone Else«, das Herz sinkt in die Hose, wenn die Glöckchen bei diesem bloß 2:18 langen Stück erklingen. Auf »This Past Week« ist es das Zusammentreffen der Flötensounds und des Synthies, das wolkenweiche anschließende Gitarrenspiel, das so sehr berührt. »Deliverance« geht schon ein wenig rascher voran, der hingehauchte Gesang, weit entfernt wie der/die Verflossene, auch hier typisch. Die relative Kürze der Songs und ihre Eingängigkeit erreichen auch, dass man sie immer und immer wieder hören mag. Wer es nicht tut, hat kein Herz.