Jeff Mills

»The Jungle Planet«

Axis

Mit »The Jungle Planet« legt Jeff Mills sein fünftes Album vor und liefert gleich eine Science Fiction Geschichte mit, in der er selbst die Hauptrolle spielt. Mit dem Superplaneten und seinen drei Sonnen ist das so eine Sache; mir gefällt Mills‘ subtiler Humor besser, etwa, wenn er uns die Wahl lässt zwischen einem streng limitierten USB-Stick und dem nicht limitierten Doppel-Vinyl. Der USB-Stick ist natürlich speziell verpackt und spielt auch eine Rolle in der Geschichte… nun gut. »The Jungle Planet« baut im Großen und Ganzen auf jene Sounds auf, die man bereits von der »Something In The Sky«-Serie kennt. Die Qualität von »The Jungle Planet« liegt auch in der Unschärfe der Produktion: man stelle sich eine frühe Hi-8 Kamera vor, die besonders bei Vergrößerung wunderbare Artefakte produziert, die sich wie ein matter Schleier über das Bild legen. Ähnliche Artefakte produziert auch Jeff Mills – zwar nicht unbedingt aus einer anderen Welt, aber doch aus einer anderen Zeit. Seine stärksten Momente hat das Album, wenn Mills die mitunter lieblich-verspielten Harmonien überwindet und konsequent poltert, eben wie aus einer anderen Zeit: beim minimalistischen »Mutations«, dem blubbernden »Approaching Magnesium Towers« und vor allem bei »Black Box Colony«, wo er einen technoiden Two-Step-Beat entwirft, der Erinnerungen an den Mo‘ Wax Sound der frühen 1990er weckt. Am Stück gehört ist das Album trotzdem keine leichte Kost und damit stellt sich zwangsläufig die Frage, ob manche Stücke auf einer 12″ nicht besser aufgehoben wären.