The Essential Ozzy Osbourne

Ozzy ist Kult. Das ist so sicher wie das Amen im Gebet. Für die einen, weil er auf der Bühne einmal eine Fledermaus mit bloßen Zähnen enthauptete und sich auch mit anderen vorgeblich satanistischen Aktionen inklusive exzessiver Alkohol- und Drogenverehrung als hartgesottener Störenfried gegenüber dem Establishment behauptete.

Für die anderen, weil die derzeit überaus erfolgreiche MTV-Soap »The Osbournes« seine Eigentümlichkeiten und die seiner Familie unverhohlen zur Schau stellt. Auch wenn er sich dabei etwas unfreiwillig als schrullige Hermann Munster-Variante des Reality-Zeitalters breitenwirksam verheizen lässt, täuscht das nicht über die Tatsache hinweg, dass er uns seit seinem jähen Ausscheiden bei Black Sabbath 1979 unablässig mit astreinem Heavy Metal der ältesten Schule versorgt – nicht zuletzt dank seiner virtuosen sidekicks, mit denen er sich stets zu umgeben wusste; angefangen mit dem viel zu früh verstorbenen Ausnahmegitarristen Randy Rhoads bis hin zu seinem langjährigen Klampfer Zack »der barbarische Südstaaten-Ritter« Wylde. Das vorliegende Best Of-Album versucht nun eine Bestandsaufnahme seiner mittlerweile über drei Dekaden dauernden Solo-Karriere. Frühe Klassiker wie dem treibenden »Over the Mountain«, dem berüchtigten »Suicide Solutions« oder »Bark at the Moon« finden sich darauf ebenso, wie »Get Me Through«; einem der jüngeren Ozzy-Songs, die vielleicht gerade wegen ihrer dezenten Modernisierung überraschend frisch wirken und das Prädikat »zeitlos« anstandslos verdienen. Seltsam nur, dass sich das Album »The Essential« nennt, wo doch so essentielle Songs wie »Shot In The Dark« oder »The Ultimate Sin« vom gleichnamigen Album einfach ausgelassen wurden. Geht es nach der beigefügten Kurzbio, scheint selbst die Periode, in der diese Platte entstanden ist, nie existiert zu haben. Dahinter ist wohl nur eine unglückliche Labelpolitik zu vermuten, die letztlich dem eingefleischten Ozzy-Fan die Freude an der ansonst recht kompakten Kompilation verleidet. Dem Durchschnittsseher von »The Osbournes«, an den diese Veröffentlichung offenkundig adressiert ist, dürfte dieser Umstand aber herzlich egal sein. Hauptsache Ozzy mimt den weirdo, egal ob im Fernsehen oder auf dem Albumcover.

Übrigens: Der selbsternannte Prince of Darkness kommt nun definitiv am 8. Februar 2004 in die Wiener Stadthalle. Und dass es dort »Shot in the Dark« und »The Ultimate Sin« zu hören gibt, ist so sicher wie die Feststellung, dass Ozzy Osbourne Kult ist.

Ozzy Osbourne: »The Essential« (Smi Epc/Sony)
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