Salon skug × Rundpunkt 11 © Redaktion
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Salon skug × RundPunkt 11: Workshop, Konzerte & DJ-Line

Der Salon skug kommt zum Gaußplatz! Am 21. Mai 2026 laden wir zum Doppelevent im RundPunkt 11: Den Auftakt macht ein skug Workshop zu unserer Artikelserie ABC der »Kulturkämpfe«, danach geht’s weiter mit Konzerten von Ana Schena Ois Da Aundare und Club der Harmonie.

Der zweite Salon skug des Jahres findet am 21. Mai 2026 im RundPunkt 11 (ehemals Aktionsradius) am Gaußplatz im 20. Bezirk statt. Und weil wir so bescheiden sind, haben wir daraus ein Doppelevent gebastelt. Den Beginn machen wir um 16:30 Uhr mit dem Auftakt zu unserer Jahresartikelserie, dem ABC der »Kulturkämpfe«. Am Abend ab 19:30 Uhr hören wir dann Konzerte von Ana Schena Ois Da Aundare und Club der Harmonie.

Teil 1: Um Kultur kämpfen

Seit der Gründung von skug 1990 zieht sich eine Überzeugung durch unsere Arbeit: Kunst ist mehr als ein bloßes Konsumgut oder ein Belustigungsobjekt. Sie kann berühren, herausfordern und Veränderungen anregen. Gerade deshalb ist sie aber auch Gegenstand politischer Auseinandersetzungen. Nicht, weil jede Kunst politisch/aktivistisch wäre oder sein sollte. Sondern weil sie sich – wie Politik – letztlich um die Frage dreht, was im Leben (nicht) erstrebenswert ist. Kunst kann auf die Füße treten, auch dann, wenn sie sich nicht für Parteien, Slogans oder Forderungskataloge interessiert.

Erkannt und erfolgreich ausgenutzt hat diese Dynamik in den letzten Jahren vor allem die Rechte. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür liefert die sogenannte »Gamergate«-Kontroverse, eine Hasskampagne gegenüber weiblichen und nichtbinären Gamer*innen. Was 2014 noch als spontanes Aufkommen von Ressentiments gegenüber »politischer Korrektheit« beschrieben wurde, war im Grunde der Laborversuch der Wahlkampfkampagne von Donald Trump. Das ist keineswegs untertrieben. Der Hashtag #gamergate wurde vom rechtsextremen Netzwerk Breitbart eingeführt und dann vom neofaschistischen Agitator Milo Yiannopoulos weitergetragen. Ermöglicht und gepusht hat dies Steve Bannon, der damalige Chefredakteur von Breitbart und spätere Wahlkampfleiter und Chefstratege von Donald Trump. Bekannt wurde auch die Breitbart-Doktrin, dass Politik ein Produkt der Kultur sei (»politics is downstream from culture«) und man die Politik ändern müsse, um die Kultur zu ändern. »Kulturkämpfe« sind demnach keine Begleiterscheinung politischer Spaltung, sondern das politische Mittel par excellence.

ABC der »Kulturkämpfe« © Redaktion

Das »Gamergate« war ein Testlauf. Von gezielten Hasskampagnen sind auch in Österreich immer mehr Künstler*innen betroffen, allen voran FLINTA* und BIPOC, aber nicht nur sie. »Kulturkämpfe« werden in der Feuerwehr, im Fußballclub und in öffentlichen Bibliotheken ausgetragen. Sie betreffen professionelle Publizist*innen ebenso wie überforderte Eltern. Um hier Aufklärung zu schaffen, widmet skug diesem Themenkomplex heuer eine Jahresartikelserie: das ABC der »Kulturkämpfe«. Und am 21. Mai 2026 feiern wir das mit einem Auftakt-Event im Rundpunkt 11. Um 16:30 Uhr laden wir zuerst zu einem Workshop mit offener Gesprächsrunde. Im Zentrum steht der Austausch. Wissenschaftler*innen, Künstler*innen und Journalist*innen kommen zusammen und besprechen die Mechanismen und Fallstricke sogenannter »Kulturkämpfe«. Und ihr seid eingeladen, mitzudiskutieren und eure Gedanken und Erfahrungen zu teilen! Es gibt Getränke und Snacks.

Bevor wir uns den Konzerten widmen, haben wir noch ein weiteres Highlight: etwas Selbstkritik. skug ist Gründungsmitglied des 2018 entstandenen Bündnisses alternativer Medien, kurz BAM! Damals haben wir uns angesichts des »Vormarsches der Rechten und extremen Rechten überall auf der Welt und ihrer Angriffe auf kritische Medienarbeit« zusammengetan. Doch der Begriff der »alternativen Medien« wurde spätestens seit 2020 von genau jener extremen Rechten okkupiert und ist für viele mittlerweile zum Synonym für »Fake News« geworden. Ist der Ausdruck damit endgültig verbrannt? Was ist seine Rolle in den »Kulturkämpfen«? Und was verrät uns das Ganze über die Misere, in der wir uns heute befinden? Darüber diskutieren wir – heftig – mit Ulli Weish, der Geschäftsführerin von Radio Orange 94.0. Ab 19:30 Uhr geht es dann fließend in den Salon skug über, mit Live-Konzerten, DJ-Sets und weiteren Gesprächen.

Teil 2: Kultur feiern

Speaking of fake news: Im Wienerischen wird nicht gelogen. Die Wahrheit biegt man hier einfach so lange zurecht, bis sie wieder stimmt. Die Dialektfeschen von Ana Schena Ois Da Aundare wissen das, weil sie in der Gesangskapelle Hermann die Welt bereits harmonisch faschiert haben. Zusammen allein verneigen sich Joachim Rigler und Simon Scharinger vor der Eitelkeit und dem Hirsch und ein bisschen vor der absoluten Wurschtigkeit, die nur in der Wahrheit steckt.

Der Club der Harmonie, das sind Hanna Hinsch und Juri Baumgartner. Mit »Die Abenteuer von Chick vermindert und DJ Übermäßig« kritzeln sie die gutbürgerliche Vorstellung von einem Jazzalbum in eine 34-teilige Diagnose für moderne Modekrankheiten, um sie zwischen »Milzbrand«, »Lachs essen« und »Freundschaft, Liebe, Probleme« einmal quer durch die Pathologien des Alltags zu huschen.

Der Salon skug findet am Donnerstag, dem 21. Mai 2026 im RundPunkt 11 (Gaußplatz 11, 1200 Wien) statt, das gut von der U4 Friedensbrücke bzw. Rossauer Lände oder U2 Schottenring (via Straßenbahn 31) zu erreichen ist. Talk und Diskurs ab 16:30 Uhr, DJ-Line und Konzerte ab 19:30 Uhr. Wie bei allen unseren Salons ist der Eintritt allen gegen eine freie Spende offen. Wenn ihr Fragen habt, meldet euch unter: salon@skug.at.

Unser Diskursprogramm ist möglich dank einer Förderung der ERSTE Stiftung.

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