Ariel Pink's Haunted Graffiti

»The Doldrums«

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Es gibt sie, immer wieder. Diese Alben, bei denen man beim besten Willen nicht erklären kann, warum. Warum diese Musik verdammt noch mal süchtig macht. Nicht nur ist »The Doldrums« in entsetzlicher Qualität aufgenommen, der Alleinverantwortliche – ein gewisser Ariel Pink – ist noch dazu ein nerdiger Hippie, der Rhythmen prinzipiell keine 30 Sekunden lang halten kann, ganz nebenbei jeden zweiten Einsatz verpennt und von dem angenommen werden muss, er sei der festen Überzeugung, seine lyserg-süß-säuerlichen LoFi-Eskapaden würden genügend naiven Charme mitbringen, um dies alles wieder grade zu bügeln. Und genau so ist es dann auch. Besser: es funktioniert sogar über die volle Distanz einer Albumlänge. Verschrobene, aberwitzige Melodien aus billigen Synthies werden auf hand- bzw. mundgemachte Perkussion losgelassen, während sich die Refrains schon beim Erstkontakt auf ewig in der Hirnrinde festhaken. Ich höre Beatles, die Flaming Lips, Sentridoh – harsch und ohne Rücksicht auf Verluste zusammengeschnitten. Ein herrlicher Spaziergang am Abgrund entlang, bereit, jede Sekunde den entscheidenden Fehltritt zu tun. Kühn.