Sun

Sun

Staubgold

Proud and clean like a Beam. Pardauz – eine echte Schönwelle hat Herr Jim O’Rourke da ausgelöst. Seit der sonst verkopft, angekrampft, kunstbehaucht in die Klampfe prackende Avantmacker Sonic Youth mit flauschiger Folk-Psychedelia errettet hat, seitdem ausgerechnet ER, der ein Jahrzehnt jedes Riff dekonstruierte als wär’s ein Taschenradio im HTL-Kurs, die US-Songwriterschule für gepflegte PostPunk-Melodei (Hüsker Dü, Replacements, Green On Red) wieder belebte, genau seit diesem Zeitpunkt stürmt mit jedem Augenzwinkern ein AvantGitarrero die Bastion des gepflegten Trällerns. Gerade Oren Ambarchi from Sidney, Free Jazz Drummer aus John Zorn-Umfeld, Japanoise-Adept, manischer Zerfitzler jeder Sixstring, ist sicher kein Feind des spröden Klangs. Dann klappt man dieses Doppelalbum in Duopartnerschaft mit dem Oz-Lokalmatadoren und Produktionsmaestro (Portishead, etliche Holly-Soundtracks wie »Club der toten Dichter«) Chris Townend auf, und ein Meer an Süßzeug-Americana, an Würstchengrill am Sommerstrand, an Zungenkuss im Gezeitenzwirbel drischt zart in die Ohrlappen. Akustische Flaming Lips schütteln Brian Wilson die Pfote und öffnen ein Sixpack. Nicht mal die remixenden Klangzersemmler auf Seite 2 (Pluramon!!!, Hrvatski, Christoph Heemann, …) wagen es die Party zu stören. Der Song ist heilig und unantastbar. What’s next? Loren Mazaccane Connor mit einem Aerosmith-Tribut? Wunderbar.