Osvaldo Coluccino

»String Quartetts«

Neos Music

Schmökert man im schmalen Booklet zu den »String Quartetts« des italienischen Komponisten Osvaldo Coluccino, bestätigt sich, was die Biographie verrät. Coluccino komponierte zwar bereits mit 16 Jahren, doch beschäftigte er sich und publizierte er lange Jahre vor allem als Lyriker. Doch sowohl in der Sprache wie auch in der Musik ist Coluccino ein Anhänger der Reduktion, der Verdichtung und Fokussierung. Also hei&szligt es etwa zu »eco immobile« (unbewegliches Echo): »Unsere Wahrnehmung setzt ein mit dem Paradox des Titels: ein Echo, das die nur ihm eigene Besonderheit negiert, jene nämlich, sich zu bewegen beziehungsweise sich zu verlängern, zu vervielfachen, zu verlieren ??« An anderer Stelle wiederum ist vom mutma&szliglich »sicheren Gefängnis des Kalküls« die Rede. Dieses Gefängnis aber (so würde der Psychoanalytiker in uns folgern) ist weniger das Kalkül, als der hier herrschende, unnachgiebige Wille zur Gestaltung, der Musik und Sprache gleicherma&szligen wie einen Fels behandelt, aus dem man erst spröde das »Werk« absprengen muss. Eine monolithische Hermetik stellt sich ein, ein weiteres Mal diese Anwehungen von irritierenden Klang- und Harmoniefragmenten im Flur einer leerstehenden Villa, die sich in die Kälte verirren. In der richtigen Stimmung ist das »Luft von anderen Planeten« im besten Sinne, ein fast mystisches Hörerlebnis. In der falschen Stimmung bleibt die Hörerin vor den Toren dieser Klänge ausgesperrt, ist sie nicht eingelassen, mehr noch, ist sie keine Eingeweihte. Fremde, schroffe Welten sind es, die hier erzittern ?? Und doch auch (und das wäre noch zu thematisieren), schwebt der Geist von Luigi Nono in stiller Zurückhaltung über diese Musik.