Sonar 2001 - Der erste Tag

Die Party laeuft und ueber erste Hoehepunkte gilt es zu berichten.

Sonar ist riesengross muss gleich mal festgehalten werden – vor allem, was den Publikumszulauf betrifft. Unglaublich, wie viele Leute sich auch die schraegsten Sachen anhoeren!

Der Nachmittag im Zentrum zeitgenoessischer Kunst im Herzen Barcelonas war doch eher entteuschend. Und zu den interessanteren Dingen wie Vladislav Delay oder Kid 606 war kein reinkommen – die Kirche, in der diese Konzerte ueber die Buehne gingen, war heillos ueberfuellt.
Terry Riley schien dann ein wirklicher Hoehepunkt zu werden, der aber auch eher flau war. Repetitive Strukturen am Piano wechselten sich mit Beats und verhallten Synthie-Sounds darueber ab, aber es kam nie so wirklich magische Stimmung auf – trotz des wirklich alles praegenden guten Geruchs.
Also eher laue Dinge an einem heissen Tag.

Grossartig aber war die Nacht – Beginn um Mitternacht, um acht Uhr Frueh ist meine Wenigkeit dann ins Bett gefallen.
Den Beginn und gleichzeitig Hoehepunkt markierten Sonic Youth – im Septet.
Erweitert wurden sie durch Wiliam Winant (perc), Jim O’Rourke (guit, G3, Snare) und Pita (G3). Der Einstieg O’Rourkes bei Sonic Youth scheint auch Mego-Menschen Tore in diese Welt geoeffnet zu haben – und das Konzert funktionierte bestens. Praesentiert wurde das Impro-Programm mit einigen Stuecken der Good-Bye 20th Century Platte, darunter auch ein 30 minuetiges Epos von John Cage.
O’Rourke war ueberwiegend die Gitarre wuergend zu hoeren, Pitas Sound harmonierten bestens mit eben diesen Attacken, auch Moore und Renaldo waren manchmal gar nicht sparsam mit Laerm. In Summe aber, weil eben Kompositionen zugrunde lagen, war das doch ein sehr kompaktes Konzert, das sich nie in Beliebigkeiten verloren und Noise zum Selbstzweck erklaert hat.

Ansonsten:

Sigur Ros waren sehr schoen, mit drei Streicherinnen, aber zu dieser spaeten Stunde (Beginn 1.30) doch eher eine Schlaftablette.
Plaid haben da schon eher fuer grooviges gesorgt und, Ueberraschung, man kann zu ihrer Musik sogar tanzen!

Selbiges musste man dann im Anschluss bei Aphex Twin. Der ist wieder mal ueber sich selbst hinausgewachsen und hat die Party mit Highspeed Drum’n’Bass geschmissen. Darf ausser Alec Epire ueberhaupt wer so wahsinnige Beats machen?
Die noetige Portion schraeger Sounds war natuerlich auch dabei, nur hat leider auf einer Nebenbuehne inzwischen Storm angefangen aufzulegen, was man sich auch nicht entgehen lassen konnte.
Drum’n’Bass einfach, aber einfach rockend, und gerade um vier Uhr Frueh kann ein bisl Partymusik nicht schaden.

Squarepusher musste leider krankheitshalber absagen, was aber dem Erfolg des Abends keinen Abbruch tat. Eher war das schon die schiere Masse Menschen – dort waren auf drei Locations verteilt sicher 15.000 Besucher.
Ueberraschender Weise interessierten sich auch mehr davon fuer Aphex und Konsorten als den zeitgleich auflegenden Carl Cox – gut so!

Eben beehrte uns Steve Shelly von Sonic Youth mit einem DJ-Set, fragile Gitarren und ein bisl sehr amerikanisches, nicht weniger fragil, waren ideale Chill-Musik fuer den fruehen Morgen, so 16 Uhr halt.

Daheimgebliebene koennen immer noch unter sonar.ya.com den Stream mitverfolgen.

Stay tuned!