»So messed up, I want you here« - 2.-5. August, OFF Festival Katowice

Mit Festivals ist es immer so eine Geschichte: chronische Schlaflosigkeit, überteuertes Bier und oftmals lieblos zusammen gewürfelte Line-ups sorgen mit zunehmenden Alter schon gerne mal für phobieartige Zustände diesbezüglich. Ausnahmen bestätigen natürlich auch in diesem Fall die Regel.

Eine solche ist etwa das OFF Festival in der schlesischen Industriemetropole Katowice, eine andere wohl auch das Heiligtum im diesjährigen Festivalprogramm: der aus dem Brunnen der ewigen Jugend trinkende Iggy Pop & seine Stooges. Nach durchwegs hochwertigen Ausgaben in der Vergangenheit war der Lohn ein »European Festival Award« im letzten Jahr. Der einstige Geheimtipp ist also längst keiner mehr, ein Blick auf das heurige Tablett zeigt nun wieder einmal eine illustre Ansammlung Genre- und Gezeiten übergreifender Popgeschichte, die im europäischen Festival-Preis-Leistungs-Vergleich seinesgleichen zu suchen scheint und musikalische Welten gekonnt aufeinander prallen lässt.

Die von Michael Gira reaktivierten Swans finden sich dabei ebenso ein wie eine (nicht mehr verwobene) Hälfte von Sonic Youth in Person von Kim Gordon (im Zusammenspiel mit Ikue Mori!) und Thurston Moore, der Auszüge aus seinen »Demolished Thoughts« zum Besten geben wird. Henry Rollins wird auf einer von Fennesz (dieser ist in Kombination mit dem irischen Visual-Artist Lillevan auch selber vertreten) kuratierten Bühne das gesprochene Wort forcieren, wohingegen ebensolches von Blixa Bargeld durch Raster Noton-Chef Carsten Nicolai alias Alva Noto in ein Soundgewand verpackt wird. Wie ein Auszug aus der hauseigenen Plattensammlung lesen sich auch angekündigte Acts wie etwa Pavement-Frontman Stephen Malkmus (mit seinen Jicks), Atari Teenage Riot, Death In Vegas, DOOM, Josh T. Pearson oder auch John Peel-Lieblinge (zugegeben wären das in dem Programm wohl einige) wie The House of Love oder The Wedding Present. Weitere »men to watch«: Papa M (das Soloprojekt von Slint-Gitarrist David Pajo) sowie Spectrum (in Person von Spacemen 3-Mitbegründer Peter Kember).

Ein Festivalbesuch mutiert somit langsam aber sicher zu einer Pilgerreise, auch weil der Auftritt von Hope Sandoval und ihren wiedervereinten Mazzy Star fast schon einer Marienerscheinung gleich kommt. Bei diesem Ferienlager der Underground-Legenden schwimmt man jedoch nicht nur im Teich von gestern, aktuelleres und nicht minder brisantes ist etwa in Form von Africa HiTech, Battles, Connan Mockasin, Iceage, Savages oder den von Kritikern verehrten Shabazz Palaces zugegen. Bleibt noch die Sache mit dem wohl kaum vermeidbaren Schlafentzug ??