skug presents: Lesung Jürgen Teipel: »Verschwende Deine Jugend«

Macht Punk wirklich dicken Arsch? Ist Free Jazz immer noch heilbar? Mögen Männer wirklich nur die Texte und lieben Frauen hingegen vor allem die Melodien? Was wird aus Kebabträumen, wenn es keine Mauerstadt mehr gibt? Warum muss ich zurück zum Beton und kann nicht einfach »Happy New Wave« sein? Fragen über Fragen aus einer Zeit in der mächtig viel los war in einem Land, dessen Fahne damals von einer Band namens Mittagspause beinahe endgültig als »Rot – die Erde der Vergangenheit/Gold – die Zähne unserer Väter/ Schwarz der Himmel unserer Zukunft« neu aufgeschlüsselt und definiert wurde.

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Zu verdanken ist dieses aktuelle Interesse an der Punk/New-Wave-Zeit in Deutschland zwischen 1976 und 1982 hauptsächlich dem Ende letzten Jahres erschienen Doku-Roman »Verschwende Deine Jugend« in dem Autor Jürgen Teipel erstmals aktiv Beteiligte wie an einem imaginierten großen Stammtisch zu Wort kommen lässt. Damit ist Teipel nicht nur ein echter Überraschungstreffer (plus gleichnamiger Doppel-CD und für den Herbst zu erwartender DVD) gelungen, der immer größere Kreise zu ziehen beginnt. So gab es im Sommer in der Kunsthalle Düsseldorf eine entsprechende (von Teipel co-kuratierte) Ausstellung, erscheinen obskur-legendäre »New Wave«-Klassikaner wie »Sterne auf 45« von Family 5 (Ex-Fehlfarben/Mittagspause) auf von DJ Hell zusammengestellten Gigolo-Samplern und werden Meilensteine wie die allererste Palais-Schaumburg-LP plötzlich (also nach über 20 Jahren) als CD-Reissue-würdig erkannt. Daneben zeigt »Verschwende Deine Jugend« aber auch, was unter Punk und New Wave, also den eigentlichen »Geräusche für die 80er« in Deutschland vor dem Einbruch der Neuen Deutschen Welle so alles verstanden wurde.
Angereichert wird die Lesung durch viel Ton- & Bild-Material zwischen klassisch und saurar.
In diesem Sinne: »Höre, staune, gute Laune!«

28.11. Wien, Spoiler im Museumsquartier
29.11. Linz, Kapu
01.12. Salzburg, Jazzit:Club

Link-Tipp: www.gesellschaftsinseln.de (Dort können auch eigen »Verschwende Deine Jugend«-Erinnerungen kund getan und diskutiert werden.)