Bucky Pizzarelli/Howard Alden

»s/t«

Lotus

Vom Realen. Bucky Pizzarelli ist eine Gitarrenlegende, aber auch der Vertreter einer bestimmten Idee von Jazz und amerikanischer Musik, sagen wir der 50er Jahre. Bucky repräsentiert ohne Zweifel auch die prunkvollen Jahre in denen es für einen Musiker ideal war, zu arbeiten. Ein hervorragender Jazzgitarrist, der fast mit der ganzen Welt gespielt hat (Benny Goodman, Stephane Grapelli, Milt Hinton, George Van Eps, Joe Venuti, etc.), der aber auch zu den first calls der Studios zählte und ein feiner Pädagoge war. Und aus diesem Grund schuldet die halbe Welt ihm Einiges. Ohne nur ein Klon von Bucky zu sein, positioniert sich Howard Ellen eindeutig als Begleiter und Wächter jener Traditionen, die mit der 7-saitigen Gitarre verbunden sind, die der Pionier George van Elps erfand und theoretisierte (wobei es dasselbe Instrument ist, dass in den Szenen des Trash oder Speed Metal verwendet wird.) Ich sagte »Vom Realen«, weil es von der Ausgangsidee dieses Albums bis zum Resultat einige kleine Dinge gibt, die da passieren und die meines Erachtens nach voller Charme und Reiz sind. Zum Beispiel zwei Gitarristen auf der 7-Saitigen, ein Repertoire, das aus Standards und Klassikern der 30er und 40er Jahre besteht und dann das legendäre Label Concord, das diesen Bewahrer des amerikanischen Jazz repräsentiert, konformistisch aber mit Swing. Sagen wir, dass der Mediator sich zu Beginn in den Akkorden ein wenig aufhängt und die Finger auch manchmal verwurstelt, dass aber das Ganze in einem so gemütlichen Geist gemacht ist, dass man Lust bekommt, ein Kaminfeuer zu entfachen und die CD noch einmal laufen zu lassen. Wirklich sehr angenehm.