Four Tet

Rounds

Domino

Kieran Hebden, der ausgeschlafene Jungspund mit Wuschelkopf, bearbeitet nun schon seit gut zehn Jahren das weite Feld zwischen Rockmusik und Elektronik. Begonnen hat er zunächst mal mit der dem instrumentalen Postrock zugewandten Band Fridge, die trotz beachtlichem Output und Erfolg ihrem Mastermind noch die Zeit ließ, ein elektronisches Solo-Projekt, eben Four Tet, aus dem Boden zu stampfen, das mittlerweile mit »Rounds« bei seiner dritten Veröffentlichung hält und heute so aufgeräumt und entspannt daherkommt wie noch nie zuvor. Schon auf den Vorgänger-Alben »Dialogue« und »Pause« hat Hebden gezeigt, dass da einiges geht, wenn Computer-Sounds auf Folk-Gitarren treffen und Piano-Läufe von dezenten Samples untermalt werden. Auf »Rounds« nun wird das Grundkonzept ausgebaut. Selten klang am Rechner generierte Musik so unelektronisch. Die Fähigkeit, alle Instrumente selbst spielen zu können, macht es Hebden leicht, Analoges und Digitales stimmig zusammenzukleistern und so seiner Platte ein Mäntelchen von Wärme und Menschlichkeit überzustreifen. Mit kleinen, jazzigen Fragmenten, Harfenklängen und lockeren Beats ausgestattet klingt das Ganze dann, als wäre es auf einem Ausflug zum Bauernhof mit Laptop und Wandergitarre im Gepäck entstanden. Das Problem dabei ist, dass hier jemand zu offensichtlich nach Perfektion und zuckersüßer Schönheit gesucht hat, und das Ergebnis dadurch in seiner ausufernden Harmoniesucht selten besser als wirklich nett und – bei aller Lieblichkeit – viel zu brav klingt.