© Ulrich Rois

Quarantänetalk #9 mit Ulrich Rois

In der Reihe »Quarantänetalk« kommen Musiker*innen und Künstler*innen verschiedenster Façon zu Wort. Einer davon ist Ulrich Rois, der auch immer wieder für skug schreibt und auch spielt, z. B. beim Salon skug im Juli 2018.

Ulrich Rois ist Musiker (Solo, Bird People, Sky Burrow Tales etc.), Chef des Labels Feathered Coyote Records und auch skug-Autor. Wir haben uns gefragt, wie jemand, der so vielbeschäftigt ist, mit der Lockdown-Situation umgeht, und ihm die Fragen aus unserer Serie »Quarantänetalk mit …« per E-Mail geschickt.

skug: Auf einer Regenbogenskala von Rot bis Lila: Was ist gefühlsmäßig dein persönliches Corona-Farbspektrum?
Ulrich Rois: Lila-Grün.

Wie ist deine Quarantäne-Wohnsituation?
Ich habʼ die meiste Zeit mit meiner Partnerin am Land in Niederösterreich im Haus meiner Mutter verbracht, wir waren immer nur kurz in Wien, nach dem Rechten sehen. Insgesamt also relativ entspannt.

Wie oft gehst du raus? Wie schützt du dich und andere?
Ich gehe eigentlich nur in den Garten oder in die Natur zum Spazieren. Ich halte die Mund-Nase-Masken kaum aus, also hab’ ich auch Supermarktbesuche usw. in letzter Zeit vermieden.

Wie ist dein Tagesablauf in der Krise? Hast du Rituale?
Ich stehe meist recht früh auf, verbringe den Vormittag mit Lesen, Schreiben und Videospielen, danach gibt es ein ausgedehntes Frühstück. Dann arbeite ich meist den Rest des Tages an diversen Projekten oder spiele »Dungeons and Dragons« mit meiner Partnerin.

(Wie) hältst du dich fit und bei Laune?
Spazierengehen und ein wenig Skaten für die Fitness, Musik für die Laune.

Wie intensiv verfolgst du öffentliche Debatten?
So gut wie gar nicht. Was ich so mitbekomme, reicht dann auch wieder, um mich kopfschüttelnd etwas anderem zu widmen.

Welche Handcreme benutzt du?
Eucerin und Neutrogena.

Welche Musik, Filme, Serien, Bücher, Videospiele etc. empfiehlst du?
Musik: Aktuell höre ich gerade die neue Live-LP von Dire Wolves und die neue Split-LP von Prana Crafter / ragenap sehr gerne. Außerdem lief hier sehr viel Grateful Dead, Marvin Gaye, Stevie Wonder und Solange in letzter Zeit. Filme: Vor Kurzem mal wieder gesehen und absolut großartig: »Prinzessin Mononoke«. Serien: »Community«, »Six Feet Under«, »Man in the High Castle«. Bücher: Derzeit lese ich gerade die Autobiographie von Prince, »The Beautiful Ones«, danach wollte ich nochmal »The Crying of Lot 49« von Thomas Pynchon lesen. Videospiele: »Bloodborne«, »Horizon Zero Dawn«, »Baldurʼs Gate I & II«, »Divinity: Original Sin II«.

Wähle aus und begründe (Mehrfachauswahl möglich):
– A: Dosenwerfen aus Passata-Dosen
– B: Höhle bauen und Hörspiele hören
– C: Bier-Yoga
– D: …
B, weil sich das am entspanntesten anhört und eine Höhle zum Verkriechen derzeit nicht gerade der schlechteste Ort ist, und D: Proben, Proben, Proben und Aufnehmen, Aufnehmen, Aufnehmen … weil das immer gut ist!

Was vermisst du am meisten, was vermisst du weniger, als zuvor befürchtet?
Am meisten: (halbwegs) offene Grenzen und das Gefühl, dass sich die Regierung zumindest an ein paar demokratische Grundprinzipien halten muss. Weniger als befürchtet: ein aktives Sozialleben.

Wie beeinflusst die Situation deine Musik?
Wir mussten mit Sky Burrow Tales leider eine Tour absagen, was sehr schade ist, aber hoffentlich bald nachgeholt werden kann. Ansonsten konnten wir die Zeit nutzen, um viel zu proben und eine neue EP aufzunehmen.