Psychic Graveyard

»Loud As Laughter«

SKiN GRAFT Records

Mit Psychic Graveyards »Loud As Laughter« liegt das intensive Debütalbum einer Art Supergroup der schrillen, extremen Klänge rund um Frontmann Eric Paul, manchen vielleicht besser bekannt als expressiver Ex-Frontmann der wegweisenden Noiserock-/No-Wave-Formation Arab on Radar sowie der Bands Doomsday Student und Chinese Stars, vor. Es ist großteils durch den Versand von Soundfragmenten über lange Distanz entstanden, die Bandmitglieder (Paul Vieira – Gitarre, Nathan Joyner – Synthesizers) trafen erst zur Finalisierung persönlich zusammen. Aufkommender Wahnsinn im Alltag, Entfremdung sowie ‒ man staunt nicht schlecht ‒ Vater-Sohn-Themen werden abgehandelt, eine Atmosphäre der Anspannung und Bedrohung herrscht über das ganze Album hinweg. Walking the borderline, im wahrsten Sinne des Wortes. Im titelgebenden Eröffnungssong »Loud As Laughter« setzt sich Sänger Eric Paul, sehr intensiv und ungewöhnlich, mit der Autismus-Erkrankung seines jungen Sohnes auseinander. Vom ersten Takt an hämmert der monotone Beat trippig los, die Gitarrenspuren fahren in Endlosschleifen schrill und kreissägeartig drüber. Der kopflastige, nasale Sprechgesang sorgt für beängstigende, klaustrophobische Stimmung. »But there will never be another sound that hurts more than his silence«, oder »Your kid is a schoolshooter in the making, he has that right-wing look in his eye« wie im Song »Sleeps With Knives«: Heftige, aufwühlende Textpassagen finden sich das ganze Album hindurch. Eric Paul ist seit längerer Zeit auch schon als Dichter aktiv. Man denkt sich nur: Ich will hier raus. Die Frage ist bloß: Wohin? In den nächsten Song? Bei »These Are My Wires« wird das Tempo heruntergefahren, die textlich eingeworfenen Benzodiazepine entfalten ihre Wirkung. Stoisch minimale, vorwärtstreibende Synthie-/Schlagzeugkombination. Ein Gefühl wie in einem Maschinenraum, unablässig bohrt sich der knarzende, repetitive Sound wie ein rostiger Bohrer in die Hirnrinde. Klangmäßig erinnert das ganze Album an einen abgefahrenen Mix aus frühem Industrial und No Wave/Noiserock. Mit »Dead In Different Places« gibts sogar eine Nummer, zu der das Tanzbein im Club geschwungen werden kann. Remixes von MSTRKRFT und Liars verfügbar. Alles erschienen auf SkiN GRAFT Records.