Trackmarks, Various Artists

»Nein Clubbing«, »Shambala - Pas Attendre!«

www.byteburger.free.fr, www.multimania.com/shambala

»New Falsch«: Ein schiefliegender Dubbastard, schwerfällig vorankommend und doch voll verdrehter Effets, steht symbolisch für eine Verweigerung. Auf »Nein Clubbing« operieren die Straßburger Riskant-Elektroniker zwar mit dancefloorkompatiblen Versatzstücken, biedern sich aber keineswegs an. Definitiv passieren keine inflationären House- und Kaffeehäusl-Jazz-Adaptionen, sondern experimentelle Auslotungen, ohne einer Geräuschorgie à la Staalplaat- oder Mego-Acts zu verfallen. Wenn schon Clubsounds, dann zum Ohrendurchputzen! Eine bizarrere Liaison Dangereuse mit zähem, wie Lava gerinnendem Noise ist auf CD2 einer Compilation von Shambala Records zu finden. Da regiert fataler Lärm einerseits (Dustbreeders), doch auch hier sind Melodien versteckt (O.Lamm) oder wird Experiment mit ausgeklügelten Beats vermengt (Osaka Bondage). Disque 1 wird eher dem Motto der Zusammenstellung gerecht: Intendiert ist »eine Reihe von glühenden Miniaturen, wie tönende Zeitungen … Eine Musik, die nach elektronischen Strömungen und fließenden Improvisationen … sich rar macht, zerstreut, fast schüchtern und unsichtbar«. So verschmelzen etwa Afro-Music mit Breakbeats (Fragile) oder Slam Poetry mit afronautischen Loops (Blacksifhi), imaginieren repetitive Schleifen kosmonautisches Befinden (Toy Bizarre, Noël Akchoté) oder bestimmt basslastiges Knarzen mit Vogelstimmen (Beauron & Florenville) das Geschehen. www.multimania.com/shambala hat u.a. bereits CDs von Keiji Haino und Norscq rausgebracht.