Herbert Grönemeyer

Mensch

Grönland

Am Anfang scratcht es ein wenig. Sobald Grönemeyer singt, erkennt man die Qualitätsarbeit, für die der Mann seit fast 20 Jahren steht. Nach dem Scratching entwickelt sich das Titelstück zu einem schönen Poplied Grönemeyerscher Prägung, denn egal, ob man seine Musik mag oder nicht – er weiß wo’s lang geht: Da ein Streichersatz, hier ein Klavier, dort ein weiches Break. Manchmal gibt sich Grönemeyer dem harten Rock hin. Seine Stimme setzt er nicht mehr so abgehackt wie früher ein, aber sie interpretiert Texte, die es höchstens noch bei Konstantin Wecker zu kaufen gibt: »Es tropft ins Herz, der Kopf unmöbliert und hohl«.
Grönemeyer hat schwere Zeiten hinter sich, seine Frau und sein Bruder sind gestorben. Und so bezieht sich »Der Weg« auf seine verstorbene Frau, es ist eine jener Grönemeyerschen Balladen, die wirklich berühren. »Wir waren verschworen, wären füreinander gestorben, haben den Regen gebogen, Vertrauen geliehen«, heißt es im Titelstück. Ob die Bären im Video aus dem Zoo von Stermann/Grissemann ausgeborgt wurden, ist noch zu klären. Für Fans ist »Mensch« Pflicht, denn Gröni ist im Bereich hintergründiger deutscher Popmusik einfach die Nummer 1.

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