Les Buckel Combo

»Meidling Swing«

Hoanzl

Kennengelernt haben sich Simon Vith und David Wedenig angeblich auf einer privaten Sause, bei der beide ihr Instrument dabei hatten. Spontan haben sie mit Akkordeon (Vith) und Saxofon (Wedenig) losgelegt und die musikalische Chemie stimmte von Anfang an. Inzwischen spielen sie seit sieben Jahren zusammen, und das mit Vorliebe auf der Straße. Der Grundstein für »Meidling Swing« wurde in einer Meidlinger Wohnung gelegt, wo man sich zum Musizieren getroffen hat. Für die Einspielung des Albums verzogen sich die beiden in Holzhütten nach Kärnten und in Wien in einen ehemaligen Weltausstellungspavillon. Die rustikale, ungekünstelte Atmosphäre dürfte den 16 Stücken gut getan haben. In einer abwechslungsreichen Mixtur aus Elementen von Folk, Swing, Jazz, alpiner Volksmusik, ein wenig Minimal-Music und Balkansounds gelingt es der Kombo aufs Beste zu unterhalten. Dass hier nur Quetschn und Sax im Spiel sind fällt einem mit Fortdauer beim Hören dank des reichen Klangkosmos, der hier gezaubert wird kaum mehr auf. Und man kann sich Wedenig und Vith gut vorstellen, wie sie – ähnlich den Handwerkern auf der Walz – mit ihren Instrumenten über Stock und Stein durchs Land ziehen und wo sie wollen aufspielen, aber auch neue Einflüsse in sich aufsaugen. Schon die Titel der auch zweistimmig gesungen Titel lassen erahnen, dass hier ein weites Feld beackert wird: »Mister Morse«, »Bulgar aus Odessa«, »Moa Da Moa«, »In The Pines« (Leadbelly-Cover) und »Na Sopkach Mandzurii« sind nur ein paar Titel der stimmungsvollen Petitessen, denen man aufgrund ihrer Diversität auf so wenig Raum kaum gerecht werden kann. Das ist Volksmusik ohne x, die demonstriert, dass sie am Puls der Zeit der Popmusik im weitesten Sinn sehr nahe ist. Inklusive kurzes Geblödel als Hidden-Track.

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