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Seit Emir Kustoricas Film »Arizona Dream« besteht eine Verbindung zwischen dem Balkan und den U.S.A., vielleicht heißt auch deshalb die Eröffnungsnummer von Jony Ilievs CD »Arizona«. Jony Iliev und Band sind bulgarische Roma-Musiker aus dem Kaff Kjustendil, über das Iliev in den Linernotes schreibt: »Wenn es hier regnet, ist es der traurigste Platz der Welt, aber wenn die Sonne scheint, ist es das Paradies.«
Weil die Roma – in ihrer unendlichen Geschichte aus Weiterziehen, Vertreibung und Suche nach Freiheit – stets zwischen solchen Extremen schwanken, schlägt sich dies auch in ihrer Musik nieder. Deshalb ist »Ma Maren Ma« einmal fröhlich und einmal traurig, aber in jeder Gefühlslage wirkt die Stimmung authentisch, das macht die Stärke des Albums aus, Ilievs Stimme verfügt über rauen Charme. Sofia ist meistens ein düsterer Ort. Aber in Kjustendil, am Ende der Welt, träumt man wenn nicht von Arizona, dann zumindest von den bunten Lichtern der Nachtclubs in der bulgarischen Hauptstadt.

>> http://www.jony-iliev.com
>> Am 14.2.2003 in der Szene Wien

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Text
Jürgen Plank

Veröffentlichung
14.02.2003

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