La Passe: Q

Tu den Quickie. Schnell das Q im Hirn gescannt und schon rinnt Quantität raus, die zugunsten von Qualität verworfen wird, und au&szligerdem: Bands mit »Queen« im Namen tauchen ohnehin oft genug auf im skug auf und fehlen deshalb hier. Ausnahmsweise. 

 

Foto: Helmut Qualtinger und Gerhard Bronner

»Susie / Suzie Q«
Lil Hardin Armstrong besingt den 1930er Jahre Swing-Tanzstil (»Now, you truck over here, you swing over there, you tip just like you’re walkin‘ on air, then you’re doin‘ the Suzie-Q!«). Rockabilly-Urgestein Dale Hawkins schreibt 1957 »Susie Q« (mit »s«). Elf Jahre später verhalfen Creedence Clearwater Revival dem vielfach gecoverten Song (wieder mit »z«) zu neuem Aufschwung (inklusive sensationeller Dark-Psychedelic-Free Jam). Eine ganze Generation begrü&szligte Teenager mit dem Kosenamen »Suzie Q«. Bitte um etwas mehr namentliche (Selbst-)Achtung aller jüngeren »Susis«!

Suzi Quatro
Lady des Glitterrock, aus Detroit! Landete mit »Can The Can« 1973 einen Millionenhit und reüssierte u.a. auch mit »48 Crash«. Die Popballade »Stumblin In«, intoniert mit Chris Norman (Smokie), verhalf dank ihrer rauchigen Stimme der Bassistin 1979 zu einem kurzfristigen Comeback.

Quant (wie »Gwand«), Mary
Verfechterin der Strumpfhose und so Mitverantwortliche für Antonionis Nyloneskapaden. Materialpionierin im Sinne von Einkleidung in PVC-Tischdecken und Erfinderin des Minirocks (Obacht, Rocklänge bis maximal 10 cm oberhalb des Knies!) und nicht zuletzt spätere Kritikerin des Minirocks (aufgrund zu vieler »kurzer, dicker Beine«).

Helmut Qualtinger
Begnadeter Wiener Geistesblitz, Satiriker, Film- und Kabarettstar (1928-1986), der als Herr Karl den unkritischen Konsumbürger verkörperte und mit dem (von Gerhard Bronner geschriebenen) »Bundesbahnblues« schon alles zum Thema Üsterreich und Rock’n’Roll vorwegnahm.

Quando Quango
quando.jpgLegendäre Manchester-Combo mit holländischen Wurzeln. Rückkehrer Reinier Rietveld formierte 1983 in Rotterdam Spasmodique. »Go Exciting«, »Love Tempo«, »Atom Rock« sind symptomatische Singles der Band um Hacienda-DJ und Factory Records-A&R-Scout Mike Pickering, die die New Wave Dance-Hysterie mitbegründete.

»Quadrophenia«
Rockoper von The Who, porträtiert die Mods-Bewegung im 60er-Jahre-England. 1979 verfilmt. Regie führte Franc Roddam.

Quadruple
sagen die Franzosen, wenn sie 4CD-Boxen meinen ??

Franq de Quengo de Tonquédec
?? was uns zum soeben genannten Dragibus-Musiker (siehe skug #74 – wir waren mit Dragibus on tour) führt. Aristokratieroots in der Bretagne. Betreiber des wohlsortierten Bimbo Tower Record Shop in Paris. Musikconnaisseur mit witzigem Esprit!

Quintron
Während bei Dragibus ein Kind sein »Qua Qua« in ein Keyboard spricht und dann mit der Band den »Frosch Song« spielt, geht es auf Mr. Quintrons »Frog Tape« (Skin Graft) sehr spooky zu. Solo-Orgel-Interpretationen von Froschklängen sind aber nur ein minimal kleiner Teil des Oeuvres des One-Man-Band-Orglers aus New Orleans, der auch für die Kollaboration mit seiner Frau und Puppenspielerin Miss Pussycat bekannt ist.

Raymond Queneau
queneau.jpg»Auf dem bunten Bug eines Busses, der bucklige Bürokraten zu ihren Bunkern bugsierte, burrte ein wenig bukolischer Bursche mit burleskem Schlund und Bund um die Butterblume, und burschikos bullerte er einen Bourgeois an, der ihm die Buxe verbumfiedelte: ??Busche, meine Buletten!?? Er buchtete zwischen die Bullen und bumste auf seine vier Buchstaben. Stunden später auf einem Bummel buhlte sein Busenfreund mit seinem Burnus und befummelte seinen Busen: ??Bubi, dein Bukett ist verbummelt.??« – »Stilübungen« des 1976 verstorbenen Surrealisten, Romanciers, Poeten und Cineasten. Je t?aime Raymond!

»Querelle«
Rainer Werner Fassbinder-Meisterwerk, gedreht 1982, basierend auf einem Roman von Jean Genet und optisch-stilistisch stilprägend für eine ganze Reihe von Videos zwischen Coil, Soft Cell und Marc Almond.

Quetsche
Die Bezeichnung Akkordeon kommt aus dem Französischen, wir aber sagen Quetsche zum 1829 von C. Demian  in Wien entwickelten Blasebalg, der auch Harmonika genannt wird.

Quehenberger
qu__li.jpgWar Anton Bruckner als Organist »Der Musikant Gottes« so ist Philipp Quehenberger sein Gegenpol: Musikant des Teufels. So ist der berüchtigste (Elektronen-)Orgelspieler Üsterreichs nicht nur auf der aktuellen CD von Mark Stewart, sondern demnächst auch solo auf einer CD aus dem Hause Laton zu hören. ?brigens: Aufgrund seiner räudigen Spielweise ziehen überforderte Galeristen manchmal das Stromkabel aus der Steckdose.

Quicksilver Messenger Service
Neben Jefferson Airplane die beste Acid-Rockband aus San Francisco. Das 1983 posthum veröffentlichte Doppelalbum »Maiden Of The Cancer Moon« (Psycho Records) lässt die wundersamen Gitarrenduette (und Duelle) von John Cipollina und Gary Duncan wiederaufstehen. Höhepunkt der Live-Aufnahmen aus 1968: Bo Diddleys »Who Do You Love?« und »Mona« im Verein mit »Maiden ??« werden auf eine volle Albumseite inklusive minutenlang brummendem Acid-Wah-Wah-Pedal ausgewalzt. Elektrisierend und total abgefahren!

Robert Quine
Velvet Underground-Fan der ersten Stunde, der viele Live-Konzerte der Band mitschnitt (vgl. Velvet Underground: »Bootleg Series Vol. 1: The Quine Tapes«, 2001). Held des Punk (»Blank Generation«, 1977 mit Richard Hell and The Voidoids), Ausnahme-Gitarrist (vgl. Lou Reed »The Blue Mask«). Arbeitete u.a. mit Brian Eno, Lloyd Cole, John Zorn. 61-jährig Selbstmord durch ?berdosis Heroin. Konnte den Tod seiner Frau nicht überwinden.
    
Freddie Quinn
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 1931 im niederösterreichischen Niederfladnitz als Franz Eugen Helmuth Manfred Nidl-Petz geboren. Verkörpert die hochnoternste (und deshalb umso leichter als Camp zu goutierende) Seemannsromantik (vgl. Rummelsnuff) im deutschen Nachkriegs-Schlager. Wobei: »Junge komm bald wieder« hätte auch gut zu einem Wunschprogramm aus dem Volksempfänger passen können! Und wer nicht mit Gammlern verwechselt werden will, der höre »Wir« (1969).

 

Quickstep
entwickelte sich aus Quick Foxtrott und Onestep, diese aus Charleston und Ragtime, wiederum aus Cakewalk ?? Auf jeden Fall lang, schnell, schnell, lang im 4/4-Takt mit erhöhtem Platzbedarf zu tanzen. Siehe Bild!

Qwaqwa
Bantu-Homeland im Oranje-Freistaat in den Drakensbergen an der Grenze zu Lesotho. Sinnbild für die ehemals menschenrechtsverletzende Apartheidpolitik in der Republik Südafrika.