La Passe: G

Es ist kein Geheimnis: Die Golden Palominos landeten nie in der Grand Ole Opry, ein Instrument wie die Gambe verzaubert immer mehr, Grönemeyer mögen wir nur wegen Grönland, Art Garfunkel, Grand Funk Railroad und Golden Earring sind 70er-, Gumball, The Grid 80er-Geschichte, in »Grand Royal« schmöckern wir Gerne und Gastr Del Sol und David Grubbs sind Geographisch verortet in einer Grauzone, die der Vorspann-Ghostwriter genie&szligerisch dem im Folgenden gnadenlos und gestreng wie unkontrolliert Assoziierenden (und ehemaligen Gutterheart-, also Marc-Almond-Fanclub-Mitglied) aufbereitet hat.

»Gabba Gabba Hey!«, legendärer Punk-Schlachtruf, auf den sich gerne alle von Henry Garfield Künstlernanne: Rollins! über Gang Green und Brett Gurewitz (Bad Religion, Epitaph Records) bis hin zu Green Day berufen. Wirkt bis heute u.a. bei Matt Groening (»The Simpsons«, »Futurama«) weiter. Siehe auch: Barney Gumble. Homer Simpsons bester Freund, Alkoholiker (vgl.: Getränke), Filmpoet, Substandard-Bewohner, Anarchist. Wir empfehlen zudem die Kader um Die Golde­nen Zitronen (siehe auch: Gin Tonic, Guillotine, Georg Grosz und Gesell­schaftskritik), die ihrerseits Gang Of Four zum Vorbild haben, sowie The Germs (u.a. mit Darby Crash und dem späteren vierten Gitarristen bei Nirvana, Pat Smear), deren 1977er-Konzerte schon mal von einer gewissen Belinda angekündigt wurden, die später als Sängerin der GoGos sowie solo Karriere machte. Ihr Nachname: Carlisle! Nahe bei Punk finden wir auch die/den Gammler, früher auch gerne in München – wo heute Labels wie Gomma und Gigolo im Geiste von Walter Gibbons, Glo­ria Gaynor, Gazebo, Gap Band, den Gebrüdern Gibb und von Ganymed so­wie Jean Paul Gaultier eine ganz spezifische Idee von Disco als Punk (und vice ver­sa) vertreten und es mit den Vinyl-Schätzen »Gema 1?6« auch frech-feisten Bastard-Pop gibt – zwischen Hasch- (vgl.: Ganja) und Wermut-Rebellentum herumflanierende Jugendliche.
che.jpgVorbilder: Ernesto Che Guevara (Unterkapitel: Guerilla und Geronimo), Woody (später auch Arlo) Guthrie, Allen Ginsberg, van Gogh, Gau­guin (der erste Exotica-Fan, vgl. auch: Debussy und Gamelan, bzw., wenn auch et­was anders gepolt: Gilberto Gil, Stan Getz, Astrud Gilberto, Rüben Gonzales) sowie alles Französische (Gallische) like Jean Gabin, Serge Gainsbourg, Jean Genet, Juliette Greco, France Galle und Jean Luc Godard. Letzterer auch oft genannt in Kritiken zu Giant Sand, respektive Howe Gelb. Alternativen dazu: Green On Red, G-Stone, Pat Garrett, Gunther Gabriel, die Genera­tion Golf. Und Alternativen dazu: Antonio Gramsci (Hegemonialtheorie) und Deleuze-Buddy Felix Guattari (Chaosmose-Theorie). Ebenfalls in München tätig: Rai­nald Goetz, Schriftsteller wie auch Peter Glaser sowie Max Goldt. Weiteres ge­meinsames Merkmal: in kein Genre einordenbar. Dabei sollte der Begriff nicht ver­wechselt werden mit: Ghetto (z.B. dem der Schwarzen, Antithese dazu: die Wohnorte der »Gilmore Girls«, siehe auch: Geld haben, oder nicht), aus dem ein Ausweg qua Theorie (Marcus Garveys afrozentristisch-separatistischer »Black Starliner«, Paul Gilroys »Black Atlantic«, Nelson Georges unversöhnlicher »Death of Rhythm & Blues«-Pragmatismus – nichts von dem hat auch nur das Geringste mit Gonzo-Journalismus zu tun) sowie afro-amerikanischer Musik- und Role-Models (Marvin Gaye, Gamble & Huff, AI Green, Berry Gordy, Pam Grier, Grand Wizard Theodore, Grandmaster Flash, Grandmixer D.S.T., Warren G, Grand Pubah, Ge­neral Levy, Gang Starr) ver- und gesucht wird.
Zurück zum Genre, das bei »G« ko­mischerweise fast nur durch Ultra-Härte und/oder radikalstes Durchgemixe gekenn­zeichnet ist. Vgl.: Gangsta-Rap (siehe auch: Graffiti, Ghettoblaster, bzw. als Al­ternative: Gospel), Grime (Goldie, Grooverider und die Spätfolgen?), Grunge (z.B. David Grohl, soziologische Typenbezeichnung: Generation X, aktuelle unbewusste Erscheinungsform: Gorillaz), Gabba (das Gegenteil von Laurent Garnier, aber auch von den Go-Betweens), Grebo (Gay Bykers On Acid), Grindcore (inklusive Spaltpilzen und Randgruppen wie Göre und Godflesh, wobei Zweitere wie­derum die Allgegenwart des Göttlichen auch in den äu&szligersten Regionen von Pop – und sei es nur als Verneinung/Negativfolie – nahe legen, was Bandnamen wie God, The Godz, God Is My Copilot, The Godfathers, Godspeed You Black Emperor!, God Bullies erklären mag), sowie Glam-Glitter-Rock Letzteres gab Gary Glitter/Glitter Band den Namen, wurde von Guns’N’Roses total missver­standen, jedoch von der gerne auch geschminkten Mudhoney-/Pearl-Jam-Vorstufe Green River als Flanell in Drag performiert. Zu Grunge und Glitter siehe auch: Kim Gordon (Sonic Youth, auch: Godmother of Girlism). Womit wir bei Gender und auch Gay Culture (je nachdem als Studies, Theories oder Troubles aufgefasst) und somit zwischen Flash Gordon, Gotham Citys Helden Batman, Robin und Alfred wie auch bei Boy George, Gudrun Gut, Gustav, Diamanda Galas, Gina X, Judy Garland, Gilla (»Tu es!«, »Willst du mit mir schlafen gehen?«), Gretchen (»Freak Le Boom-Boom«), Girlschool sowie dem Themenkomplex Groupies im Allge­meinen und die G.T.O.s im Speziellen, gelandet wären. Dabei nicht zu vergessen: Girl Groups! Andererseits: Schon Frieda Grafe meinte: »Marlene Dietrich ist ein Transvestit.« In derselben Hollywood-Liga bezüglich Geschlechterdifferenz treffen wir auch auf: Clark Gable, Cary Grant, Greta Garbo (siehe auch: Gro&szligaufnahme) Ava Gardner, Paulette Goddard, John Garfield, »Gilda« (der Film), Goldfinger. Weniger auf (wenn auch aus jeweils anderen Gründen): Betty Grable, das unschuldig-naive Nummer-1-Pin-up der US-Army im WK II, Lilian Gish, Stewart Granger und John Goodman. Grenzfälle sind: Richard Gere und Götz Geor­ge (jedoch nur Prä-»Tatort«, also »Winnetou«).
mir_reichts.pngPersona non grata: Mel Gibson, der Gekreuzigte von eigenen Gnaden (alles Schei&szlige au&szliger »Mad Max«). Was uns gleich nochmals zu Gott (vgl.: Copyright-Streit bezüglich Genesis; hatte zudem auf dem Berge Golgatha gnostischen Blackout und findet bekanntlich Städte wie Sodom und Gomorrah uncool, mag hingegen Filme wie »Groundhog Day« mit Bill Murray) und zu seinem vermeintlichen Hauptinstrument auf Erden bringt.
Auftritt: Gitarre, elektrische, siehe auch Marken wie Gibson, Guild, Gretsch, ebenso verwandt mit Genital, männliches (symbolische Verlängerung desselben), und Ge­schwindigkeit (a.k.a. Gewichse auf dem Griffbrett, siehe auch: Grö&szligen­wahn nicht gespielt von Glenn Gould, Friedrich Gulda, Robert Görl, dafür umso mehr von Rory Gallagher (zuerst Blues-Trio Taste, dann solo im Flanell-hemd), Lowell George (zuerst bei Zappa, dann Little Feat), Peter Green (zuerst bei Fleetwood Mac), Michael Gira (The Swans), Bryan Gregory (The Cramps), David Gilmour (leider, obwohl eine Platte konkreter Musik – »The Body« – zusam­men mit Ron Geesin eingespielt wurde), Buddy Guy (funky bei Chess in Chica­go), den Glimmer Twins (Jagger/Richards) sowie Jerry Garcia, dessen Grateful Dead auch oft in Bill Grahams Fillmore Theatre aufgetreten sind und dabei auf Postern und LP-Covern von Rick Griffin die klassische Westcoast-Design-Optik verpasst bekamen und ihrerseits wiederum ebenso Rock-Kommunen wie Gong, Guru Guru, Grobschnitt wie auch Black Flags Greg Ginn, der mit dem Trio Gone Black Sabbath und Miles Davis kreuzte, schwer beeinflussten. Ihre Fans, Deadheads genannt, folgten ihnen nicht selten in Greyhound-Bussen quer durch die USA. Gerne greifen Gitarristen auch zu einem Gimmick, also zu einem Ef­fekt um des Effektes willen, was von Rockkritikern fast noch mehr gehasst wird als errechnete Musik, von diesen jedoch immer der Pop-Fraktion unterstellt wird. Was in dem Sinne wiederum stimmt, da solch effektiertes Gehabe und Getue (vgl. etwa die Gizmo genannte Effektkiste von Godley & Creme) zu Pop gehört wie Ghule zur Gothic Novel (vgl.: Grufties a.k.a. Dark Wave – so was Ähnliches wie die Darth-Vader-Version von Gandalf), in deren Nachbarschaft wir ebenso auf den Golem wie auf Gremlins treffen, die ihrerseits genealogisch wiederum zur jun­gen Generation in der popistischen Nachfolge der Groteske, des Gila Mons­ters und von Godzilla zu zählen sind. Ebenfalls dem Horror-Genre nahe stehend: die Gebrüder Grimm (speziell im angloamerikanischen Raum und mit Betonung auf »Grimm« also englisch »grim«, vgl.: Terry Gilliams Film zum Thema). Siehe auch das französische Splatter-Theater Grand Guignol, »The Gore-Gore Girls« (H.G.Lewis), das »Psycho«- und »Texas Chainsaw Massacre«-Vorbild Ed Gein, das italienische Giallo Kino (Fulci, Argento), die Blut-und-Beuschel-Spektakelband GWAR, HR Gigers nekromantische Monster. Kurz: Vieles, für das man gemeinhin »Guts« braucht, wie John Cale einst sang. Dabei vielschichtig mit jenen Erzeugnis­sen verwandt, die in Garagen nicht nur in den Sixties produziert wurden, deren ge­meinsamer Nenner aber durchaus mit Trash (Untersektion: Grusel, siehe auch: an die Gurgel gehen bzw. dieselbe würgen/durchschneiden) umschrieben werden kann. Klassische Beispiele: Ginn Glonn (»Everybody’s Moving’«), Rudy »Tuttle« Grayzell (»Ducktail« das Hohelied auf den Schlurf, Ganimian & His Orchestra (»Come With Me To The Cabash«), »Goo Goo Muck« (Ronnie Cook & The Gaylads), diverseste »Ghostrider«. Doo-Wop-Seitenflügel: The Ge­nies (»Who’s That Knocking At Your Door?«), »Gee« (The Crows, nicht zu vergessen: »Gee Whiz« von Rufus Thomas‘ Tochter Irma), »Gloria« (The Cadillacs). Tra­ditionalistischer Flügel: Robert Gordon. Neo-Traditionalistischer Dekonstructo-Punk Flügel: Girl Trouble, The Gories, The Gibson Brothers (aus Memphis/ Tennessee, vgl.: Graceland, und inkl. Gast-Musikern wie Jon Spencer). Au&szliger Konkurrenz: The Gun Club, wo jenseits von Neo-/Post-Country & Western-Gattungszuschreibungen (File under: Greenhorns, Gringos und Gesetzlose) John Coltrane, Hendrix, CCR und Robert Johnson im Geiste von Jazz-Hipstern wie Slim Gaillard (»Fiat Food Flootsie«) und Dizzy Gillespie zu somschem Gumbo verrührt wurden. Weitere Grenzgänger zwischen Schwarz und Wei&szlig im Jazz: George Gershwin und Benny Goodman – beide, wie Samuel Goldwyn, der 1913 Paramount gründete und 1924 den Mittelbuchstaben für MGM lieferte, jüdi­scher Herkunft (siehe auch: Adam Green). Keine Seltenheit, wenn nicht sogar die Regel bei den ersten »White Negroes« im frühen Jazz.
brain.jpg Gegenpol: D.W. Griffith, dessen rassistischer Blick in »Birth of A Nation« den Ku Klux Klan revitalisierte! Siehe auch die rassistischen Stereotypen im Südstaaten-Blut-und-Boden-Epos »Gone With The Wind«. Eventueller Gegenentwurf dazu: »Giganten«. Weitere Na­men in der Jazzkiste: Eroll Garner, Stephane Grapelli, Dexter Gordon, Fatty George, The Golden Gate Quartet. Geburtsjahrzehnt des Jazz auf Tonträgern/Schellack: die Goldenen Zwanziger. Kampf gegen und Auslöschung dieses Jazz-Age in Europa durch u.a. Goebbels und Göring. Selbige organisierten auch Demonstrationen gegen Einsteins Relativitätstheorie. Davon wiederum schwer beeinflusst: William Gibson (»Neuromancer«), Detroits Green Velvet und Kurt Gödel (für jedes formale System im logischen Sinne gilt, entweder eine Inkonsistenz des Systems, d.h. es bringt einander widersprechende Aussagen hervor, oder es existiert darin mindestens eine wahre Aussage, die innerhalb des Systems nicht be­weisbar ist, auch »Unvollständigkeitssatz« genannt).
Mehr Geschichte und Geo­graphie im nächsten Heft. Und nicht vergessen: Ein Gehirn ist ein terribles Ding zu(m) vergeuden!