Kleine Tricks (Sztuczki)

Kann der Verlauf der Dinge in eine gewünschte Richtung geleitet werden? Der kleine Stefek ist überzeugt davon und arbeitet daran, das Schicksal zu manipulieren, um endlich seinen Vater kennen zu lernen.

In irgendeiner Kleinstadt in Polen, es ist Sommer: Der siebenjährige Stefek verbringt seine Zeit am liebsten damit, durch den Ort zu streunen. Vorzugsweise erkundet er das Bahnhofsgelände. Und dort, am Bahnsteig sieht er eines Tages einen Mann, den er für seinen Vater hält. Da der Vater die Familie vor Stefeks Geburt verlassen hat, kennt der kleine Bub ihn gar nicht, nur ein überkritzeltes und verknülltes Foto besitzt er von seinem »Erzeuger«. Elka, Stefeks 18-jährige Schwester meint, dass er sich irrt, doch der Junge lässt sich von seiner ?berzeugung nicht abbringen und beginnt kleine Tricks anzuwenden, um den Fremden dazu zu bringen, im Städtchen zu bleiben, statt immer nur in den nächsten Zug umzusteigen. Und tatsächlich, der »Vater« versäumt den Anschlusszug, Stefek und Elkas Freund Jerzy sorgen dafür, dass er auch den nächsten nicht erwischt.

Nostalgie

Eigentlich könnte der junge Held in Jakimowskis Film den fremden Mann am Bahnsteig, der vielleicht sein Vater ist, einfach ansprechen und ihn nach seinem Namen fragen und so schnell und einfach zu einer Klärung kommen, doch offenbar möchte der Bub dem Schicksal lieber indirekt auf die Sprünge helfen. Die ZuseherInnen begleiten Stefek und im Beobachten des Geschehens wird nach und nach klar, was Stefek z.B. beabsichtigt, wenn er Kleingeld auf die Schienen wirft oder warum er Spielzeugsoldaten auf den Bahnschwellen platziert. »Kleine Tricks« spielt zwar in der Gegenwart wirkt jedoch nostalgisch, vielleicht auch, weil der Regisseur eigene Erinnerungen in den Film einbaut, sicher jedoch, weil die Geschichte in einem Ort spielt, an dem die Zeit vor 30, 40 Jahren stehen geblieben zu sein scheint. Alles läuft gemächlich ab in dem kleinen Städtchen mit den alten oft baufälligen Häusern. Der moderne Bürokomplex, am Rand des Ortes gelegen, wirkt fremdartig und ist eine der wenigen Referenzen auf das 21. Jahrhundert. Neben dem Ambiente, lebt der überaus nette Sommerfilm vor allem von seinen DarstellerInnen, die übrigens vorwiegend schauspielerische Laien sind.

»Kleine Tricks« Polen 2007. Regie: Andrzej Jakimowski

Derzeit in österreichischen Kinos.